So sehr hast Du die Welt geliebt

Karfreitag

Heute….
heute ist der Tag, an dem wir dem Sterben Jesu gedenken.
Du wurdest verraten von Deinem Freund, du wurdest gefangen genommen, verhört, misshandelt und gedemütigt: „Was? Du willst ein König sein??“ Hahaha!!
Sie spuckten dir ins Gesicht. Viele deiner Freunde wandten sich ab – aus Furcht oder wollten sie nichts mehr mit dir zu tun haben? Vielleicht konnten sie es auch einfach nicht ertragen. Was sollten sie auch gegen den aufgebrachten Mob tun.

Wir wissen alle, wie es ausgeht.
Du trugst dein Kreuz an der johlenden Menge vorbei. Dann zogen sie dich aus, stellten dich halbnackt zur Schau – ausgeliefert – und nagelten dich schließlich auf ein Holzkreuz. Selbst im Sterben haben sie dich den Blicken der Schaulustigen ausgesetzt. Doch du tatest deinen Mund nicht auf.

Warum, Jesus?

Was hast du getan? Alles, was du immer wolltest, war, für die Armen, Schwachen und Hilflosen in der Gesellschaft da zu sein. Du hast die Verirrten, die Ausgegrenzten gesucht, um ihnen Mut zu machen. Dabei warst du den feinen Bürgern oft ein Dorn im Auge. Wie haben sie gezetert, als du bei einem Zöllner zu Gast sein wolltest oder weil du Umgang mit einer Hure hattest? Aber das waren genau die Menschen, für die du auf die Welt gekommen bist. Du hast gesagt, dass nicht die Gesunden einen Arzt brauchen, sondern die Kranken. Und den Kranken und Schwachen hast du vom Reich Gottes, von Liebe und Freundschaft erzählt. Du hast sie so angenommen, wie sie sind und deine Beachtung hat ihrem Leben Würde und damit Sinn gegeben. Danach haben viele ihr Leben geändert. Selbst dem Verbrecher neben dir am Kreuz hast du zugesagt, dass er noch heute mit dir im Paradies sein wird. Was für eine Zusage für einen Sterbenden!

Gebet

Jesus, auch ich verstehe nicht, was damals passiert ist. Ich weiß auch nicht, ob ich nicht auch davon gelaufen wäre, weil ich es nicht hätte ertragen können, wie man dich behandelt hat. Du warst immer gut zu den Menschen. Ja, du hast einigen auch ein schlechtes Gewissen gemacht, wenn du über die Ungerechtigkeiten der Erfolgreichen und Starken gegenüber den Armen und Ausgegrenzten geredet hast. Du hast den unbarmherzigen Umgang miteinander angeprangert, der auch heute vielerorts spürbar ist. Heute heißt es nur nicht mehr „unbarmherzig“, sondern mobbing. Das Ergebnis ist dasselbe.

Jesus, lass uns etwas aus deinem Leben und Sterben lernen. Lass uns anständig, rücksichtsvoll miteinander umgehen, egal wie verschieden wir alle sind. Hilf uns Vorurteile abzubauen, denn jeder ist dein Kind, von dir geschaffen und gewollt. Und gerade die Vielfalt macht unsere Welt so bunt und schön.

Sende deinen Geist…

…und alles wird neu.

Wie oft habe ich in den letzten Jahren dieses Gebetsanliegen ausgesprochen?
Wenn mich mal wieder die Nachrichten von anderen Menschen erreicht haben, die in großer Armut oder Krieg leben müssen. Wenn ich die Ohnmacht spürte, nichts wirklich daran ändern zu können. Wenn ich meine Welt sehe, in der so viel weggeworfen wird, was andere dringend gebrauchen könnten. Wenn ich in meine eigene Plastikmülltonne schaue und mir vorstelle, wie wir unseren Planeten zumüllen.

Hat Gott unser Rufen gehört?

Ich kann mir nicht wirklich vorstellen, wie eine Veränderung in einem fest eingefahrenem System erfolgen kann. Denn Veränderung führt oft zu Angst bei den Menschen. Deshalb ist es so schwer, vertraute Wege zu verlassen, auch wenn sie uns nicht gut tun.

Viele haben die Erfahrung gemacht, dass erst einschneidende Erlebnisse, wie die Diagnose einer Erkrankung, der Verlust eines geliebten Menschen, den Weg für Veränderungen frei machen. Man sucht nach neuen Möglichkeiten, um das schmerzhaft Vergangene hinter sich zu lassen.

Und hier kommt wieder die Corona-Infektion ins Spiel, die mal kurz die Pause-Taste in unserem Leben gedrückt hat. Derzeit spüre ich eine Entschleunigung im Beruf und zu Hause, was ich als sehr wohltuend empfinde. Ich habe einmal Zeit über mich und die Welt nachzudenken. Dabei ist auch dieser Blog entstanden. Ich denke, dass derzeit viele Menschen kreativ sind und hoffe, dass einige gute Gedanken und Ideen dabei herauskommen, wie wir unser Leben nach Corona nachhaltiger und besser für den Menschen und die Welt gestalten können.

Viele Menschen finden auch wieder zurück zum Glauben. Für mich ist das eine Grundvoraussetzung für gelingendes Leben. Ohne Gott führt unser Leben meistens ins Chaos. Das Problem ist nur, dass wir das oft erst sehr spät erkennen können. Wenn wir aber in der Liebe Gottes bleiben, dann kann unser Leben gelingen.

Josua 1, 8-9

„Über dieses Buch der Weisung sollst du immer reden und Tag und Nacht darüber nachsinnen, damit du darauf achtest, genauso zu handeln, wie darin geschrieben steht. Dann wirst du auf deinem Weg Glück und Erfolg haben. Habe ich dir nicht befohlen: Sei mutig und stark? Fürchte dich also nicht und hab keine Angst, denn der HERR, dein Gott, ist mit dir überall, wo du unterwegs bist.“

Nachdem Mose gestorben ist, wird Josua sein Nachfolger. Gott fordert ihn auf, mit dem Volk Israel nun in das Land Kanaan zu ziehen, dass Gott Mose und den Israeliten ehemals verheißen hatte. Kanaan heißt „Gelobtes Land“, in dem „Milch und Honig fließen“ und steht für Überfluss und Sicherheit. Gott wollte die Israeliten nach der Sklaverei in Ägypten in ein besseres Leben führen.

Aber es sollte erstmal anders kommen

Da das Volk sich nach dem Auszug aus Ägypten gegen Gott aufgelehnt hat, muss es noch einige Jahre in der Wüste zubringen, bevor es das versprochene Land in Besitz nehmen darf. Jetzt endlich, viele Jahre später, ist es soweit:
Gott macht mit Hilfe Josuas seine Verheißung wahr. Josua soll die Israeliten über den Jordan in die Verheißung führen. Gott sagt dabei Josua und damit dem ganzen Volk der Israeliten ein gelingendes Leben (Glück und Erfolg) zu, wenn sie an seiner Weisung festhalten.

Gebet

Vater, dein Wort am Morgen gibt Zuversicht -gerade in der jetzigen Zeit. Keiner weiß, wie es weiter gehen wird. Auch wir sind derzeit in der Wüste unterwegs, wobei unsere Wüstenzeit erstaunlicherweise in die diesjährige Fastenzeit fällt. Vielleicht brauchen auch wir diese Zeit genau wie das Volk Israel damals.
Vater, hilf uns, diese von außen auferlegte Zeit in der Wüste gut zu nutzen, damit wir uns auf das besinnen, was wichtig in unserem Leben ist. Lass unsere Wüstenzeit uns und der Welt zum Segen werden, damit wir voll Freude Ostern als Neuanfang feiern können.