Totengedenken

Jetzt rücken sie im Kirchenjahr wieder näher: Die Gedenktage für die Verstorbenen.

Im Monat November gedenken wir an Allerheiligen und Allerseelen wieder den Toten. Viele Generationen von Menschen sind uns schon voraus gegangen, einige wenige haben wir gekannt. Wir haben mit ihnen gefeiert und gelacht, sie haben zu unserem Leben dazu gehört und dann sind sie irgendwann einfach von uns gegangen. Wir können uns noch an sie erinnern, wissen aber, dass wir sie hier auf Erden nie mehr wiedersehen.

Wo sind sie hin?

Bei der Suche nach einer Antwort kommt mir gleich noch eine weitere Frage in den Sinn: Wo kommen wir her? Irgendwann waren wir auch einfach mal da und keiner kann sich erinnern, wo er vor seiner Geburt war oder woher er kommt.

Und es kommen noch mehr Fragen

Im Vergleich zur Ewigkeit ist unsere Zeitspanne auf der Erde verhältnismäßig kurz und scheinbar unbedeutend. Was liegt vor bzw. hinter unserer irdischen Existenz? Und warum bin ich überhaupt auf der Erde? Was ist der Sinn meines Lebens?

Um die Frage nach dem Sinn vielleicht ein bisschen zu erhellen, schauen wir uns mal die Gebote an, die Gott dem Menschen nach dem Auzug aus Ägypten gegeben hat. Wenn Gott uns diese Gebote für unser Leben gegeben hat, dann scheinen sie auch wichtig für unsere Sinnfrage zu sein.

Das wichtigste Gebot

Jesus wurde einmal gefragt, was denn das wichtigste Gebot ist: „Jesus antwortete: Dies ist das wichtigste Gebot: Hört, ihr Israeliten! Der Herr ist unser Gott, der Herr allein. Ihr sollt ihn von ganzem Herzen lieben, mit ganzer Hingabe, mit eurem ganzen Verstand und mit all eurer Kraft. Ebenso wichtig ist das andere Gebot: Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst. Kein anderes Gebot ist wichtiger als diese beiden.“ (Markus, 12, 29-31)

Der Sinn unseres Lebens scheint demnach, sich bewusst zu machen, dass Gott allein unser Herr ist. Wir sollen Ihn lieben, Ihn im Gebet suchen und dabei Herz und Verstand einsetzen. Das ganze soll nicht ab und zu mal passieren, sondern mit ganzer Hingabe und mit all unserer Kraft. Das ist mal ein Ansage! Gott ist nicht nur ein Sonntagsgott, sondern ER will an unserem ganzen Leben teilhaben. Mit all unserer Kraft sollen wir IHN lieben! Da bleibt nicht mehr viel übrig. Das hört sich nach einer echten Lebensaufgabe an.

Ich bin ein Kind Gottes!

Und dann kommt noch ein weiteres Gebot dazu: Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst. Das heißt: zuerst muss ich mich lieben. Wie soll ich das machen? Ich kenne mich doch, weiß um meine Defizite, um meine Schwächen. Vielleicht hilft es, wenn ich mir vorstelle, dass ich von Gott bedingungslos zuerst geliebt wurde und werde. Ich bin ein Kind Gottes!

Wenn ich von jemandem geliebt werde, kann ich daraus schließen, dass ich liebenswert bin. Dieser Gedanke will ein bisschen gepflegt werden, indem ich mir immer wieder neu sage, dass ich geliebt und damit liebenswert bin.

Viele Menschen sind erfolgreich, bekommen Anerkennung und verwechseln das mit geliebt werden. Aber das allein ist es nicht: wir müssen im tiefsten Innern überzeugt sein, dass wir liebenswert sind, gerade dann, wenn wir erfolglos sind und die Menschen uns sogar ablehnen (aus welchen Gründen auch immer!). Ich muss irgendwann wirklich glauben, dass ich geliebt bin! Erst dann bin ich tatsächlich in der Lage, den Anderen lieben zu können.

Selbstlos, weil ich mich geliebt weiß

Mutter Teresa war so ein Mensch, die sich selbstlos um die ärmsten der Armen in Indien kümmerte. Sie brauchte keinen Ruhm und keine Anerkennung, sondern die Dankbarkeit der Armen war ihr genug. Sie muss sich ganz sicher von Gott geliebt gewusst haben. Nur das machte sie fähig, so selbstlos zu dienen.

Der Sinn meines Lebens ist kurz zusammengefasst: Gott und die Liebe zu suchen, damit auch ich lieben kann und Teil der göttlichen Liebe werde.

Ins Herz geschrieben

Damit wir daran denken, was wir tun sollen, sagt Gott in Deuteronomium 6, 6: „Und diese Worte, auf die ich dich heute verpflichte, sollen auf deinem Herzen geschrieben stehen.“

Das heißt nichts anderes, als dass wir meist sehr wohl wissen, was gut und richtig ist und oft eine tiefe Sehnsucht nach Leben haben. Diese Sehnsucht ist der Ruf Gottes, der uns immer wieder zur Umkehr bewegen will: Komm doch zu mir! Ich liebe dich! Ich will für dich sorgen! Ich will dich hören, wenn du rufst!

Gott schließt einen Bund mit uns

Dabei dürfen wir nicht vergessen: die Gebote sind keine Pflicht für uns; sie sind letztendlich ein Bund, den Gott mit uns geschlossen hat und in dem Gott uns zusagt, dass ER für uns da sein und sorgen will, wenn wir diesen Seinen Bund einhalten. Stellt euch das doch mal vor: Der große, allmächtige und ewige Gott will bei uns sein und für uns sorgen!!

Gott hält unser Leben in seinen Händen

Irgendwann müssen auch wir wieder gehen und diese Erde verlassen.

Paulus sagt in Philipper 1, 21: “ Denn für mich ist Christus das Leben und Sterben Gewinn.“ Paulus legt sein Leben in die Hände Gottes. Sein Leben ist für ihn fruchtbares Wirken für die Menschen ganz im Sinne von Jesus und Sterben bedeutet für ihn ein Verlangen, aufzubrechen und bei Christus zu sein. Paulus sieht sterben nicht als Ende, aus und vorbei, sondern sagt: „… um wieviel besser wäre das!“ (Phil. 1, 23).

Zwei Wahrheiten über den Tod

Der Tod ist der Feind des Lebens.
Ich muss irgendwann sterben.

Wie kommen wir damit klar?

In den Evangelien lesen wir: Jesus ist auferstanden und hat damit den Tod besiegt.

Stimmt das? Einige sagen, dass das unmöglich ist. Wie konnte Jesus von den Toten auferstehen? Tot ist und bleibt tot! Für sie ist wahrscheinlicher, dass die Jünger den Leichnam Jesu aus dem Grab geholt und versteckt haben, damit ihr Lebenswerk um Jesus nicht völlig sinnlos wurde. Sie wollten nur ihr Gesicht wahren. Deshalb predigten sie dann eine erfundene Auferstehung.

Das hört sich doch ganz logisch an ….

Kurioserweise haben diese Menschen dann aber nicht den Tod gescheut, um ihre abstruse Idee weiter zu verkünden. Das macht doch kein Mensch, wenn er weiß, dass er bei einer Täuschung mitgewirkt hat! Täuschen und Fake news, ja, aber dafür sterben? Wir hören von Paulus, dass Sterben für ihn Gewinn ist. Wie oft saß er wegen seiner verkündeten Botschaft im Gefängnis? Petrus ist lieber gestorben, als seinen Glauben aufzugeben. Stephanus, der erste christliche Märtyrer, sah während seines Sterbens den Himmel offen und bat um Vergebung für seine Mörder …

Meine Zuversicht

Ja, der Tod ist der Feind des Menschen und wir alle müssen sterben. Doch Jesus hat den Tod besiegt. Das glaube ich!
Vor dem Sterben habe ich Angst, eigentlich vor den Schmerzen und vor dem Alleinsein. Genau da ist Jesus selbst auch durchgegangen: durch Schmerz und Verlassenheit. Deshalb bin ich zuversichtlich, dass ER mir auch dabei helfen wird.

Ich hatte vor ungefähr einem Jahr eine Sterbebegleitung und hatte das Gefühl, dass dieser Mensch 2 Tage vor seinem Tod so etwas wie einen offenen Himmel gesehen hat. Er war so überglücklich, dass ihm die Tränen kamen und 2 Tage später ist er ganz friedlich gegangen.

Ich glaube, dass Christus den Tod besiegt hat und uns etwas unvorstellbar Schönes erwartet, wenn unsere Zeit hier auf Erden abgelaufen ist. Und ich hoffe, dass ich dann auch loslassen und ganz im Frieden mit mir und der Welt gehen kann. Dazu gehört aber, dass ich mir täglich Gedanken mache, wo ich das Gebot Gottes nicht eingehalten habe und dass ich im Gebet mit Gott jeden Abend reinen Tisch mache. Alles darf und soll ich Ihm bringen.

Allerheiligen / Allerseelen

Denken wir daran, wenn wir am Friedhof an den Gräbern unserer Lieben stehen, dass sie uns vorausgegangen sind. Trotz unserer Trauer wünsche ich uns allen auch die Freude, dass unsere Lieben jetzt ganz bei Gott sind und endlich SEIN Angesicht schauen können. Und bedenken wir auch, dass wir selbst Windhauch sind, wie Kohelet sagt. Nehmen wir uns nicht so wichtig, aber erinnern wir uns daran, was in unserem Leben wichtig ist: wir sind geliebt!

Gebet

Guter Vater, Du bist der Ursprung allen Seins. Du warst schon bevor die Erde geworden ist und wirst noch sein, wenn die Erde längst Vergangenheit ist. Aus Liebe hast Du uns Menschen geschaffen und Du freust Dich über jeden, der sich von Dir lieben lässt. Jesus sagt uns so oft, dass wir uns nicht sorgen sollen und dass der Vater im Himmel weiß, was wir brauchen. Herr, wir wollen Dich und Deinen Bund mit uns ernst nehmen. Ich will Dich in mein Leben lassen. Ich will Dir mein Leben übergeben. Ich will meine Talente gebrauchen, die Du mir gegeben hast. Dir zur Ehre! Ich will Dich und das Leben lieben. Und ich will keine Angst vor dem Tod haben, weil ich glaube, dass Du mich in meiner dunkelsten Stunde begleiten wirst.


Bibelzitate

Hokuspokus

Ich ziehe während meiner Gebetszeit gerne Bibelstellen aus einem Säckchen, in dem sich lauter kleine Zettelchen mit Bibelstellenangaben befinden.

Neulich sagte meine Tochter zu mir, dass das Ziehen von Bibelzitaten für sie wie Hokuspokus aussieht.

Orakel befragen?

Ich fand ihre Aussage interessant, denn ich musste darüber nachdenken, wie ich etwas erläutere, das für mich selbstverständlich ist und nichts mit Orakel zu tun hat. Ich muss auch zugeben, dass es tatsächlich diesen Anschein hat.

Warum ziehe ich überhaupt Bibelstellen?

Manchmal versuche ich in meiner Gebetszeit ruhig zu werden, was mir nicht immer gelingt. Ich brauche oft einen Rahmen, an dem ich mich festhalten kann. Dazu dienen mir zufällig gezogene Bibelzitate.

Einerseits denke ich schon, dass da was drin steckt, über das ich jetzt nachdenken soll. Manchmal ist es nur ein Wort, das mich anspricht und beschäftigt, manchmal der Zusammenhang, in dem der Text steht.

Andererseits hilft es mir einfach, meine Gedanken zu sortieren und sie auf Gott und seine Geschichte mit uns Menschen zu lenken.

In ganz seltenen Fällen hat mich aber schon die ein oder andere Stelle dermaßen berührt, dass ich tatsächlich das Gefühl hatte, da will mir jemand etwas sagen. Aber das geschieht äußerst selten.

Das Beten mit Bibelzitaten lässt mich nach innen hören. Tut sich da etwas in mir? Spricht mich etwas an? Was fühle ich? – manchmal kommt auch gar nichts.

Kleines Beispiel

Vor ein paar Tagen zog ich die Bibelstelle Josua 6,2:

„Da sagte der Herr zu Josua: Sieh her, ich gebe Jericho und seinen König samt seinen Helden in deine Hand.“

Was fange ich mit diesen Worten an? Jericho samt seinem König von damals sind ganz weit weg von mir. Vielleicht hilft mir der Kontext weiter, in dem dieser Satz steht?

Worum geht`s im Kontext?

Mose führte das Volk Israel unter Gottes Anleitung aus Ägypten heraus. Zuerst waren die Israeliten ganz froh, der Unfreiheit in Ägypten zu entkommen, aber dann wurde der Weg lang und anstrengend. Obwohl Gott stets für sein Volk sorgte (Wasser, als der Durst besonders groß war, Manna gegen den Hunger), beschwerten sie sich immer mehr und kamen zu dem Schluss, dass sie doch lieber in Ägypten geblieben wären. Vergessen waren die Zustände, die sie dort ertragen mussten. Irgendwann eskalierte die Situation so, dass sie sich ein goldenes Kalb gossen und es an Gottes Stelle anbeteten.

Damit verärgerten sie Gott so sehr, dass er schwor, dass diese Generation nicht in das versprochene Land ziehen würde, sondern 40 Jahre in der Wüste bleiben müsste. Erst Josua, der Nachfolger Moses, erhielt schließlich von Gott den Auftrag, das Volk Gottes aus der Wüste über den Jordan ins gelobte Land zu führen. Die Stadt Jericho ist die erste Stadt, die es einzunehmen gilt. Jericho hat aber eine starke Befestigung und scheint uneinnehmbar zu sein. Gott hat jedoch Josua zugesagt, dass er Jericho samt König in seine Hände geben wird.

Da kommt mir doch einiges bekannt vor

Die ganze Geschichte, die hinter der Verheißung der Einnahme Jerichos steht, hat für mich zeitlosen Charakter. Wo liegen die Parallelen zu heute?

Gedanken purzeln durcheinander

Eine unerträgliche Situation verändert sich, etwas Neues geschieht und was machen wir? Wir meckern erst mal. Ich denke, der Mensch reagiert zu allererst auf vieles ablehnend, weil er sich vor Neuem ängstigt. Egal wie schlecht das bisherige war, aber es ist vertraut und man kann sich damit irgendwie einfacher arrangieren.

Vom Wert der Freiheit

Was wurde damals in 1989 gebetet, dass endlich die trennende Grenze in Deutschland fallen sollte. Die Menschen wollten frei sein. Und was ist davon übrig geblieben? Es gibt immer noch viele, die behaupten, dass es ihnen vor der Grenzöffnung besser ging. Ich frage mich dann immer, ob man wirklich alles vergessen kann: die Unfreiheit, die Stasi und ihre Methoden…. . Sicher ist nicht alles glatt verlaufen und es gab und gibt auch heute noch Ungerechtigkeiten und Unsicherheit. Aber wären die Menschen wirklich bereit, wieder auf ihre Freiheit zu verzichten? Kann man bei allen Beschwernissen und Ängsten, die mit der Wiedervereinigung auf die Menschen zukamen, den Wert der Freiheit bestimmen und den Ängsten gegenüberstellen? Ich weiß es nicht.

Wüstenzeiten

Und jetzt die Corona Zeit? Soll das für uns vielleicht eine Wüstenerfahrung werden? Dem Großteil der in Deutschland lebenden Menschen geht es sehr gut. Wir sind frei, leben in friedlichen Zeiten, können überall hin reisen, haben einen guten Status in der Welt, haben eine gute medizinische und soziale Versorgung, haben genug zu essen usw.. Ich glaube, es gibt nur wenige Länder, in denen es einem so hohen Anteil der Bevölkerung so gut geht. Gleichzeitig werden die Kirchen immer leerer. Wir brauchen keinen Gott mehr, weil wir uns andere Götter geschaffen haben: unser Bankkonto, Versicherungen, Immobilien, was auch immer. Wir bauen auf uns selbst. Und dann stellen wir fest, wie wackelig unser Netz ist, das uns auffangen soll. Bilder aus Italien haben uns gezeigt, wie die Gesundheitsversorgung zusammenbrechen kann; – kann sowas auch bei uns in Deutschland passieren? Lockdown – unvorstellbar, aber in aller Munde. Ja, wir haben in Deutschland das Virus bisher gut in den Griff bekommen, aber welchen Preis haben wir dafür zu zahlen? Die Angst vor einer Rezession geht um. Was bleibt am Ende von unseren Sicherheiten?

Was gibt mir Sicherheit?

Vielleicht ist jetzt ja genau die Zeit, sich zu besinnen. Wer oder was gibt mir tatsächlich Sicherheit? Was trägt mich? Wo liegt mein Fundament? Kann ich Gott vertrauen, der jenseits aller Wirtschaftlichkeit alles in seinen Händen hält? Ich selbst möchte mich vor der Zukunft nicht fürchten, sondern dem vertrauen, der mich bisher sicher geführt hat.

Mir geht es nicht um hohe Politik

Ich will in meinem Beitrag nicht politisieren oder etwas besser wissen. Ich verstehe auch vieles von den großen Zusammenhängen nicht, um mir darüber ein Urteil zu erlauben. Ich will lediglich aufzeigen, welche Gedanken die obige Bibelstelle in mir ausgelöst hat.

Dabei wir mir einiges klar…

Mein Leben ist geführt von Gott! Er steht treu an meiner Seite und begleitet mich. Darauf will ich fest vertrauen und mich nicht immer über die Widrigkeiten meines Lebens beschweren oder ärgern. Was im Leben zählt, ist die Liebe und die Freude. Ja, ich will mich freuen, auch wenn der Weg vor mir neu und fremd ist. So habe ich das Gefühl, dass ich mit meiner Haltung aktiv Einfluss auf mein Leben nehmen kann. Ja, ich kann und will die stark befestigte Stadt Jericho in mir einnehmen. Ich habe es in der Hand, die Mauern in meinem Kopf einzureißen und meine inneren Begrenzungen zu überwinden. Gott hat auch mir durch das Bibelzitat diese Zusage gegeben.

Die Bibel ist zeitlos und immer wieder neu

Ich bin mir sicher, wenn jemand anderes sich mit diesem Zitat beschäftigt, käme er zu vollkommen anderen Gedanken als ich. Ebenso kann es sein, dass dieselbe Bibelstelle in einigen Jahren bei mir gar nichts auslöst oder in eine ganz andere Richtung geht.

Und das macht für mich das Ziehen von Bibelstellen so spannend und die Bibel selbst so zeitlos.

Bibelstellen sind keine täglichen Horoskope, die mir voraussagen, wie mein Tag sich heute gestaltet. Im Gegenteil: tägliche Bibelzitate norden mich immer wieder auf das Wesentliche, die einzige Wahrheit ein: GOTT!

Maria

Manchmal gibt es Tage…

da habe ich mich selbst verloren, weil ich mir untreu wurde. Ich habe mich von anderen runter ziehen lassen, habe meinen eigenen Wert aufgegeben. Das wollte ich doch nicht mehr.

Dabei fiel mir ein Lied in die Hände: Maria, Himmelskönigin, du Braut vom Heilgen Geist! Du, bist der Christen Helferin, die jedes Herz lobpreist. Nach Gott gebührt dir alles Lob bis an das End der Welt, weil Gottes Sohn dich hoch erhob, zur Mutter dich erwählt.

Wer bist du, Maria?

Warst du immer schon die Begnadete und Gesegnete, die Königin des Himmels?

Plötzlich schwanger

Wenn ich mir dein Leben anschaue, dann warst du eine junge Frau, die Verlobte eines Mannes, die plötzlich unerwartet schwanger wurde. Ein Sakrileg zu deiner Zeit, auf das im schlimmsten Fall der Tod stand. Ich kann mir nicht vorstellen, dass du zu dem Zeitpunkt überaus glücklich warst, als du deinem Verlobten Josef von einem Kind des Heiligen Geistes erzählt hast.

Josef war ein tief gläubiger Mann und stand glücklicherweise zu dir. Nach einem Traum beschloss er, dich zu sich zu nehmen und deinem Kind ein Vater zu sein. Er hat euch beschützt, versorgt und Jesus seine Werte vermittelt, die Jesus sicher mitgeprägt haben.

Unglaublich

Du konntest das alles wohl selbst kaum glauben. Deshalb machtest Du dich auf zu einem Besuch bei deiner schwangeren Cousine Elisabeth. Als Elisabeth deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib und sie rief vom Heiligen Geist erfüllt: „Gesegnet bist du unter den Frauen und gesegnet ist die Frucht deines Leibes“ (Lukas 1,42) Darauf hin stimmtest du dein großes Magnifikat an: „Meine Seele preist die Größe des Herrn und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.“ (Lukas 1, 46 -47). Vielleicht hast du da erst begriffen, was an dir geschieht.

Widrige Geburtsumstände

Schwangerschaft und Geburt macht Frauen verletzlich und sie suchen nach Sicherheit.

Als bei dir die Geburt näher rückte, war nichts mit Sicherheit im heimischen Nest. Ihr musstet eine weite Reise antreten, um euch auf kaiserliche Anordnung in eurer Geburtsstadt in Steuerlisten einzutragen. Zu dem Zeitpunkt warst du hochschwanger. Reisen war beschwerlich für dich und aufgrund der Steueraktion waren auch noch alle Unterkünfte ausgebucht. Irgendwo habt ihr dann etwas gefunden, wo ihr die Nacht verbringen konntet. Unter diesen Umständen hast du dein erstes Kind geboren, deinen Sohn Jesus – fernab von Familie und Freunden, weit weg von deinem zu Hause, in einem Stall oder so was ähnlichem.

Ein besonderes Kind

Von Anfang an war dieses Kind ein besonderes Kind und sein Leben schon früh bedroht. König Herodes duldete keinen neuen „König“ neben sich. Als wenn ein im Stall geborenes Kind eine Bedrohung für einen König sein könnte. Also führte Josef euch nach Ägypten, um euch zu schützen. Obwohl man nichts darüber weiß, war es sicher keine bequeme Urlaubsreise oder ein abenteuerlustiges Work and Travel Jahr im Ausland. In Ägypten seid ihr Fremde gewesen. Da Josef Handwerker war, konnte er damit euren Unterhalt im Ausland sichern, so dass ihr überleben konntet. Gewünscht hättest du dir sicher etwas anderes.

Jesus, der Teeny

Dein Kind, Maria, war anders als andere Kinder. Einmal ging er euch auf einer Pilgerreise nach Jerusalem verloren. Da war er schon 12 Jahre und ihr dachtet, er würde mit anderen Kindern und Verwandten auf dem Heimweg sein. Als er aber nach einer Tagesstrecke nicht auftauchte, machtet ihr euch große Sorgen und gingt nochmal nach Jerusalem zurück, um ihn zu suchen. Nach 3 Tagen fandet ihr ihn im Tempel, wie er mit Schriftgelehrten diskutierte. Du sagtest zu ihm: “ Kind, warum hast du uns das angetan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht.“ (Lukas 2,48). Jesus war erstaunt und fragt: „Warum habt ihr mich gesucht? Wusstet ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meinem Vater gehört?“ (Lukas 2, 49)

Von Jesu Kindheit und Jugend ist ansonsten nicht viel bekannt, nur dass er auch das Handwerk seines Vaters erlernte.

Jesus, eine Berühmtheit

Mit etwa 30 Jahren kam dein Sohn aber dann ganz groß raus. Er verwandelte Wasser in Wein, heilte Menschen, die ihm in Scharen nachfolgten. Er war ein Star! Wie ging es dir damit, Maria?

Als Jesus nach Nazareth kam, wo er aufgewachsen war und im Tempelt gepredigt hatte, klatschten die Leute Beifall und wollten, dass er auch in ihrer Stadt Wunder vollbrachte. Gleichzeitig erkannten sie Jesus aber auch als den Sohn Josefs, der hier aufgewachsen war. Jesus sagte ihnen, dass der Prophet im eigenen Land nichts gezählt ist. Er wusste, dass das hinderlich für den Glauben an die Größe Gottes und an Heilungswunder war. Da jagten sie ihn wütend aus der Stadt. Hast du zu der Zeit noch in Nazareth gelebt, Maria? Hast du mitbekommen, wie sie alle über deinen Sohn redeten und herzogen?

Das furchtbare Ende

3 Jahre später kam dann das schmachvolle Ende. Dein Sohn wird von einem Freund verraten, von den Menschen, die ihn bisher verehrten, angespuckt, misshandelt und wie ein Verbrecher hingerichtet. Du standest unter dem Kreuz, Maria, und musstest es aushalten, wie dein Kind einen qualvollen Tod stirbt….

Dein Leben, Maria, war nicht das einer Himmelskönigin.

An dir, Maria, scheiden sich die Geister

Durch deine leibhaftige Aufnahme in den Himmel hat Gott dich und dein Leben gewürdigt. Damit bist du zur Mutter der Menschheit geworden.

Und deshalb grüße ich dich, Maria, und weiß, dass du gesegnet bist unter den Frauen. Ich bewundere deinen Mut, dass du zu dem Kind Gottes JA gesagt hast und treu deinen Weg trotz aller Widrigkeiten gegangen bist. Gott war immer mit dir. Das musst du wohl gespürt haben, denn sonst hättest du vielleicht unterwegs aufgegeben.

Und deshalb verehre ich dich auch als Himmelskönigin und komme mit meinen Bitten zu dir, weil ich weiß, dass du die Not der Menschen verstehst.

Segnen

Wer kann damit noch was anfangen?

Es gibt einige Redewendungen in unserem Sprachgebrauch, die das Wort Segen beinhalten: „Auf deinem Tun liegt Segen! Er / Sie ist mit der Begabung, Mitarbeiter zu führen, Kranke zu pflegen, Streit zu schlichten… gesegnet. Es war ein Segen, dass in einer Notlage jemand bei mir war.

Segen bedeutet, dass uns unverdient etwas Gutes widerfahren ist. Segen ist ein Geschenk des Himmels. Wir können ihn nicht verdienen oder erarbeiten, aber wir können ihn verschenken.

Segen ist wie ein warmer Frühlingsregen auf der Haut.

Wo kommt der Segen her?

Wie Segen wirkt, können wir Menschen nicht beeinflussen. Das liegt außerhalb unserer Reichweite. Aber ich kann für andere Menschen Segen erbitten bzw. ich bin sogar dazu aufgerufen, andere zu segnen. Und damit werde ich ein Segen für a ndere.

In Numeri 6, 22-27 sprach der Herr zu Mose:
„Sag zu Aaron und seinen Söhnen: So sollt ihr die Israeliten segnen; sprecht zu ihnen:
Der Herr segne dich und behüte dich.
Der Herr lasse sein Angesicht über dich leuchten und sei dir gnädig.
Der Herr wende sein Angesicht dir zu und schenke dir Frieden.
So sollen sie meinen Namen auf die Israeliten legen und ich werde sie segnen.“

Dieses Wort Gottes ist einfach wunderbar! Gott macht aus unserer Beziehung zu ihm und zu anderen Menschen eine Dreiecksgeschichte. Er ruft uns dazu auf, dem anderen Menschen, der uns am Herzen liegt, in Gottes Namen Gutes zu wünschen und dann sagt Gott uns zu, dass er diesen Menschen segnen wird. Meine guten Wünsche bleiben dann nicht nur schöne Worte, sondern werden Realität. Dabei wird auch mein Herz weit und groß. Das nennt man dann wohl Liebe.

Gott ist die Liebe

und die Liebe will sich verschenken. Deshalb fordert Gott uns sogar auf, für andere Menschen gute Wünsche zu haben. Er will seine Liebe über uns ausgießen. In einem Gebot heißt es: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ Liebe funktioniert nicht für mich alleine, sondern nur in Beziehung mit dem Anderen. Deshalb ist Gottes Wort immer auf Miteinander, Einheit und Gemeinschaft ausgerichtet. Er will mit uns in Beziehung treten. Durch Jesus hat er einen neuen Bund mit uns geschlossen. Und genauso will er auch gute Beziehungen zwischen uns Menschen.

Worin liegt der Segen?

Wenn wir segnen, bitten wir Gott, dem lieben Menschen nahe zu sein, ihn zu behüten und zu beschützen, damit sein Leben und seine Vorhaben gelingen. Das Angesicht Gottes soll über den Gesegneten leuchten und ihn ins Licht stellen. Dann kann ihm die Dunkelheit der Lüge und des Verirrens nichts anhaben, denn Gott schenkt ihm in seinem Licht Klarheit und Wegweisung. Außerdem will er ihm Gnade schenken oder anders ausgedrückt: unverdiente Liebe! Gott wendet dem Gesegneten sein Angesicht zu und ist damit ganz bei uns, so dass sich tiefer Friede in uns ausbreitet. Wir spüren, dass wir ganz mit uns und der Welt im Reinen sind.

Segen ist doppelter Gewinn

Ich stelle mir das Ganze vor wie bei einem Spendenaufruf, wo meine Spende, die ich bereit bin zu geben, von einer anderen Seite verdoppelt wird. Da macht es richtig Freude, viel zu geben, wenn sich am Ende meine Gabe verdoppelt.

Genauso lädt Gott uns zum Segnen ein. Wir wünschen dem Anderen in Gottes Namen Gutes, was Gott dann für uns einlöst, weil wir selbst das nicht bewerkstelligen können. Beim Segnen bitten wir nicht für uns, sondern haben den Nächsten im Blick. Damit fällt der Segen auch auf uns wieder zurück und bringt auch uns Gewinn in Form von Liebe und Freude.

Allerdings gilt auch hier: Gott allein ist gut und er allein weiß, was für uns und für den Anderen gut ist!!!

Gebet

Guter Vater, dein Wort zeigt mir wieder mal, dass du die Liebe bist. Auch wenn ich nicht fassen kann, was deine Liebe für mich bedeutet, so wird mir doch klar, dass du uns mit der Aufforderung zum Segnen ein unvorstellbares Angebot deiner Liebe machst. Wir sind der Welt nicht ohnmächtig ausgeliefert, denn du willst bei uns sein und deine Liebe an uns verschenken. Uns so geliebt und getragen zu wissen, können wir uns mutig und voll Freude dem Leben mit all seinen Facetten stellen.

Es gefällt dir, wenn wir in Einheit leben. Da wirst du immer deine Liebe dazu geben. Mach uns auch fähig, die Menschen zu segnen, die uns verletzt haben. In solchen schwierigen Situationen willst du uns helfen, zu verzeihen und wieder neu aufeinander zu zu gehen.

Warum traue ich mich so oft nicht, den Anderen zu segnen und ihm damit unvorstellbar Gutes zu tun?? Vater, nimm mir meine Zweifel und meine Angst, mich lächerlich zu machen.

… und lass mich ein Segen für Andere sein.

Amen.

Der Sinn des Lebens

Dazu las ich letztens: Das Leben hat keinen Sinn, sondern das Leben ist der Sinn!

Stimmt das? Das würde ja bedeuten, das Leben nicht als Mittel auf ein Ziel hin zu sehen, sondern in diesem Leben einfach ganz präsent zu sein. Ich habe nur dieses eine Leben und es ist mir als Geschenk gegeben worden.

Das Leben ist der Sinn

Ich kann viel Schaffen und Werte anhäufen. Aber das gibt meinem Leben nicht mehr Sinn. Ich kann meine Pflichten erfüllen, aber wenn ich das nicht mit Liebe tue, macht auch das keinen Sinn. Wichtig ist, dass ich mein Leben als wertvoll erachte und liebe, erst dann ergibt alles Sinn.

Es ist wie auf einer Wanderung oder Pilgerschaft: der Weg ist das Ziel!

Dabei ist nicht wichtig, ob ich ankomme, sondern wie ich jeden einzelnen Schritt setze und darauf achte, was mir unterwegs so alles begegnet. Vielleicht fällt mir eine schöne Blume auf, eine Schnecke, die über den Weg kriecht, oder es kommen mir gute Gedanken. Vielleicht habe ich auch ein gutes Gespräch mit Gott.

Einzig das Ziel zählt?

Wenn der Weg das Ziel ist, ist es nicht wichtig, ob ich das geplante Ziel wirklich erreiche. Das hängt übrigens auch noch von einigen anderen Faktoren ab, die ich nicht beeinflussen kann: meine körperliche Konstitution, ein Unfall, das Wetter….

Wenn einzig das Ziel zählt, dann ist meine Wanderung spätestens dann gescheitert, wenn ich unterwegs aus irgendeinem Grund abbrechen muss.

Gilt das auch für das Leben?

Ich denke schon. Das Leben will Schritt für Schritt gelebt werden. Natürlich brauche ich auch Ziele, aber wenn mein Leben nur aus Zielen besteht, dann geht es am Wesentlichen vorbei. Das Leben ist Selbstzweck. Ich soll in jedem Augenblick, der mir gegeben wird, das Schöne suchen und Freude daran haben. Das bedeutet, weniger zu planen und sich mehr auf das, was kommt, einzulassen. Oft merke ich, wie meine schön ausgetüftelten Pläne für den Tag durch Unvorhergesehenes zunichte gemacht werden. Darüber kann ich mich dann ärgern oder ich nehme es an und suche den positiven Aspekt darin.

Ist das nicht ziellos?

So wirklich kenne ich das Ziel meines Lebens ja nicht mal. Aber statt mich auf das Jetzt einzulassen, mache ich mir Gedanken, was übermorgen sein könnte, ob meine nächste Urlaubsreise in einem halben Jahr stattfinden wird und wie ich die Zeit am besten rum kriege, damit der Tag zuende geht.

Und so vergeht ein Tag nach dem anderen – Zeit, die nicht mehr wiederkommt.

Manchmal ist es auch dran, Stille und Nichtstun auszuhalten. In solchen Momenten kommen oft kreative Ideen. Nicht in der Hetze des Alltags passiert wesentliches, sondern in der Stille.

Im Leben geht es um Achtsamkeit und um ganz DA-Sein. Wie geht es mir gerade jetzt? Halte ich das Nichtstun aus? Ich sitze gerade bei einer Tasse Kaffee, aber mir fallen schon wieder tausend Dinge ein, die ich tun könnte oder müsste. Das Stillsitzen fällt mir schwer. Aber ich merke auch, dass das genau der Punkt ist, an dem ich arbeiten will.

Alles Windhauch

Kohelet sagt, dass es für alles eine Zeit gibt: „…eine Zeit zum Gebären und eine Zeit zum Sterben, eine Zeit zum Pflanzen und eine Zeit zum Ausreißen der Pflanzen,“ (Kohelet 3,2) Und in 3,12 sagt er: “ Es gibt kein in allem Tun gründendes Glück, es sei denn ein jeder freut sich und so verschafft er sich Glück, während er noch lebt.“

Vielleicht sollte ich mal hinhören, was gerade jetzt für mich dran ist. Was verschafft mir Freude?

Ich habe mir fest vorgenommen, mal zu versuchen, achtsam mit der mir gegebenen Zeit umzugehen. Wenn ich morgens aufstehe, will ich mich bewusst vor dem Spiegel begrüßen, mich auf den Tag, der vor mir liegt, einlassen und mich darauf freuen, was mir heute so alles begegnen wird.

Es gibt so ein kleines Achtsamkeitsspiel: Ich stecke mir morgens 5 Bohnen z.B. in die linke Hosentasche. Bei jedem positiven Erlebnis nehme ich eine Bohne und lasse sie in die rechte Hosentasche wandern. Abends, wenn ich dann meine Taschen leere, schaue ich mir an, für was jede Bohne in der rechten Tasche steht. Und dann kann ich die Bohnen dankend Gott zeigen. Ihr werdet überrascht sein, wieviele schöne Momente ein Tag hat. Und natürlich können auch mehr Bohnen eingesteckt werden.

Vielleicht schaffe ich es damit besser, im Hier und Heute zu verweilen und bewusst bei dem zu sein, was ich gerade tue.

Kleiner Tipp: Freut euch zu jeder Zeit!!!

Gebete und Bitten

Regenmacher Gott?

Ich habe gerade gelesen, dass man sich über die polnischen Bischöfe lustig macht, da sie die Gläubigen aufgefordert haben, um Regen zu beten. Ist so was denn noch zeitgemäß? Oder greifen wir aufgeklärten Menschen in der Not auf alte, archaische Verhaltensmuster zurück und führen bei Dürre einen Regentanz auf?

Für viele Christen ist mit Christi Himmelfahrt die Bittwoche zuende gegangen. An Christi Himmelfahrt selbst wird an verschiedenen Stationen für sämtliche Berufsgruppen in unserem Land und um gedeihliches Wetter gebetet. Ist das alles Blödsinn?

Im Gegenteil

Mir tut es immer wieder gut, wenn ich die großen Probleme dieser Welt, die ich nicht wirklich beeinflussen kann, an Gott abgeben kann. Natürlich muss ich auch weiterhin meinen Teil dazu beitragen, dass es der Welt und den Menschen besser geht, aber ich brauche mir keine Sorgen, um den Erfolg meiner begrenzten Möglichkeiten zu machen. Tatsache ist: ich alleine kann die Welt nicht retten! Das Große und Ganze hält Gott in seinen Händen.

Das ist wie mit einem riesigen Garten, der für mich alleine viel zu groß zum Bewirtschaften ist. Jetzt könnte ich sagen, dass ich gar nicht erst anfange, etwas zu pflanzen und zu hegen, weil ich den Garten ja doch nicht bewältigen kann. Oder ich suche mir eine kleine Ecke und fange einfach an. Ich setze meine Begabungen ein und kümmere mich um mein kleines Feld. Dabei vertraue ich darauf, dass viele andere sich ebenfalls eine kleine Ecke des Gartens aussuchen und dort ihre Fähigkeiten einbringen.

Jesus will uns dabei helfen

Auch mit meinen kleinen oder persönlichen Anliegen darf ich zu Gott kommen. Jesus sagt an mehreren Stellen: Kommt zu mir, wenn ihr eure Last nicht tragen könnt. Ich will euch helfen. In Matthäus 7,7-11 sagt Jesus: „Bittet und es wird euch gegeben! …. Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wisst, wie viel mehr wird euer Vater im Himmel denen Gutes geben, die ihn bitten.“

Dazu erzählt Jesus einmal das Gleichnis von einem Mann, der seinen Nachbarn nachts um Brot bittet, weil er Besuch bekommen hat und selbst nicht genügend im Haus hat. Und der Nachbar gibt es ihm, damit er wieder schlafen kann.

Ein weiteres Gleichnis handelt von einer Witwe, die einen hartherzigen Richter immer wieder um Gerechtigkeit bittet. Sie ist sehr hartnäckig und irgendwann hat der Richter die Nase voll von ihr und gibt ihr, was sie begehrt, damit sie endlich Ruhe gibt. (Lukus 18, 1-8)

Mit diesen Beispielen sagt uns Jesus, dass wir jederzeit unsere Bitten an ihn richten dürfen. Ich selbst habe schon oft die Erfahrung gemacht, dass mein Beten erhört wurde. Meist fühlte ich mich schon besser, wenn ich das, was mich belastete, aussprechen und an Jesus abgeben konnte.

Jesus ist kein Regengott!

Nein, Jesus ist kein Regengott! Wenn ich mir einbilde, dass irgendwelche Rituale Gott gefügig machen, ist das Blödsinn und Aberglaube. Ich habe keine Handhabe über Gottes Handeln. Es geht bei Gebet und Bitte nicht um Magie nach dem Motto: Bete 3 Vater-unser, dann…..! So funktioniert Gebet nicht. Was wäre das für ein Gott, wenn wir Menschen über ihn bestimmen könnten?

Deshalb ist es auch immer wieder möglich, dass Gott unsere Bitten auf andere Art erfüllt, als wir uns das vorgestellt haben. Vielleicht sind wir dann enttäuscht. Ich versuche meine Bitten, wenn das möglich ist, allgemeiner zu formulieren, indem ich nicht die Richtung meiner Gebetserfüllung vorgebe, sondern Gott bitte, mir Freude oder Frieden zu schenken, mich von meinen Sorgen frei zu machen. Denn wenn ich mit mir und der Welt zufrieden bin und mich freuen kann, dann habe ich meistens alles, was ich brauche. „Euer Vater weiß, was ihr braucht.“ (Lukas 12,30)

Gott hört unsere Bitten

Wir dürfen jederzeit mit unseren Sorgen und Nöten in Demut zu Gott kommen und sicher sein, dass er uns hört. Jesus fordert uns immer wieder dazu auf, indem er sagt: „Kommet zu mir, die ihr mühselig und beladen seid. Ich will euch Ruhe verschaffen.“

Oder: „Suchet zuerst Gottes Reich, dann wird euch das andere dazu gegeben.“ (Lukas, 12,31)

Demut ist auch so ein verstaubter Begriff. Er bedeutet, dass ich als Mensch anerkenne, dass Gott mein Schöpfer ist und ich ganz klein, aber als geliebtes Kind vor ihm stehe. Genau wie ein Kind darf ich den himmlischen Vater um Hilfe bitten, wenn mich etwas belastet. Sei es eine große Sorge oder nur ein Problemchen: ich darf gewiss sein, dass Gott mich hört.

Probiere es einfach mal aus

Gott ist da! – eine Situation hat sich entspannt, ein Problem wurde gelöst oder neue Wege tun sich auf – was auch immer. Da es nichts mit Magie zu tun hat, sondern mit Gottes liebevollem Wirken, ist jetzt auch Dank angebracht. Dank für den, der in einer schwierigen Zeit bei mir war, mich geführt hat und mir wieder Freude geschenkt hat. Das ist ganz wichtig. Gott freut sich über jeden, der sein Wirken erkannt hat. Er braucht unseren Dank nicht, aber als liebender und sorgender Vater freut er sich sicher darüber.

Im Danken verändert sich auch etwas in uns.

Ich bin, die ich bin

Wer bin ich?

Manchmal fühle ich mich überflüssig und frage mich, ob die Welt mich wirklich braucht. Ich kann mich nicht so annehmen, wie ich bin und bin mir selbst der größte Kritiker. Im Vergleich mit anderen habe ich das Gefühl, langweilig zu sein, nicht mithalten zu können.

Muss ich das überhaupt?

Oft reden die Anderen doch nur von sich selbst – was sie alles machen, wo sie überall waren, wie wichtig sie sind. Dabei sind sie oft nicht an meiner Meinung interessiert. Und davon lasse ich mich runter ziehen?

Ich muss mich nicht beweisen – ich muss mich nur selbst annehmen! Das bedeutet, dass ich mir erst einmal über mich selbst klar werden muss:

Wer bin ich wirklich? – ohne die Masken, die ich anderen zeige?
Was gefällt mir an mir?
Was mache ich gerne und gut?
Was ist mir wichtig?
Wie steht es mit meinen Beziehungen?
Welche Fähigkeiten und Talente habe ich?

Mein Problem: Geduld

Dabei bemerke ich, wie mich schon wieder Ungeduld befällt. Wieder will ich schnelle Lösungen, damit ich weiter komme. Aber kann es nicht auch sein, dass ich alle Zeit der Welt für meine Fragen habe? Warum will ich immer schnell zum Ziel kommen? In der jetzigen Coronazeit verpasse ich doch nichts. Ich kann mir einfach Zeit für mich nehmen. Vielleicht bin ich sogar eigens auf der Welt, um diese Fragen für mich zu klären?

Was könnte der nächste Schritt sein?

Demaskierung

Im Zusammenleben mit anderen Menschen spiele ich viele Rollen. Manchmal weiß ich selbst nicht mehr, wer ich in Wahrheit bin. Vielleicht ist es an der Zeit, meine Masken abzunehmen und zu mir selbst zu stehen.

Was weiß ich über mich?

Ich weiß, dass ich Gottes geliebtes Kind bin. ER hat mich so geschaffen, wie ich bin. Die Welt braucht genau mich mit meinen Ecken und Kanten, aber auch mit meinen guten Eigenschaften. Gott hat einen Plan für mich! Ich bin genau richtig und brauche mich nicht hinter irgendetwas zu verstecken. Auch wenn meine Meinung nicht immer Mainstream ist, so ist sie vielleicht gerade wichtig. Die Welt braucht auch Querdenker.

Was können wir von Jesus lernen?

An vielen Stellen sagt Jesus uns, wer er ist:
Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.
Ich bin der gute Hirte.
Ich bin die Tür.
Ich bin der Weinstock.

Gott sagte zu Mose am Sinai: „Ich bin der Ich bin.“

Auch wenn Gott damit für uns rätselhaft bleibt, ist er der, der er ist!

Auch ich bleibe immer ein Rätsel

Wenn es um mein Sein geht, was würde ich da gerne sagen, um mich zu beschreiben:
Ich bin….. ??

Jesus, an Dir kann ich mich orientieren:
Du wusstest, wer Du bist und hast Dich nie für andere verbogen.
Du ruhtest in Dir und im Vater, den Du regelmäßig in der Stille gesucht hast.
Du hast die Freiheit der Menschen respektiert und keinem Deine Meinung aufgedrängt.
Du hast das, was nicht zu ändern war, angenommen.
Du hast nie geprahlt oder dich bemitleidet.
Im Gegenteil: Du hattest immer den anderen im Blick.

Begleite auch mich auf meinem Weg, dass ich zuerst Dich suche und mich dabei nicht so wichtig nehme. Ich weiß, Du hast einen Plan für mich und den gilt es zu entdecken. Ich brauche mich nicht zu fürchten, denn ich bin nie allein. Du bist bei mir – in den Zeiten des Glücks, aber auch in den schweren Momenten.

Ich möchte mich kennenlernen, wie Du mich gedacht hast und mich annehmen, so wie ich bin – ohne mich zu verbiegen, denn ich bin gut und schön!

Ich muss mich nicht beweisen und möchte in mir ruhen, Frieden finden und mich nicht mehr mit anderen vergleichen. Denn jeder Mensch hat seine eigene Aufgabe im Leben und ist daher nicht vergleichbar. Deshalb möchte ich auch lernen, den Anderen so anzunehmen, wie er ist – auch er ist Dein Kind!

UND….

… ich habe mein ganzes restliches Leben Zeit, um an all diesen Punkten zu arbeiten. Ich muss mich nicht drängen lassen und mich nicht beeilen, den mein Lebensweg ist der Sinn meines Lebens und damit mein Ziel.

Schwierigkeiten

Heutiges Bibelzitat: Levitikus 20,26

„Seid mir geheiligt, denn ich, der Herr, bin heilig und ich habe euch von all diesen Völkern unterschieden, damit ihr mir gehört.“

Gott allein ist heilig, das heißt: er ist vollkommen gut und die einzige Wahrheit. Und wir sollen ihm nachstreben: das Gute tun, die Wahrheit suchen und in Einigkeit miteinander leben. Bis dahin kann ich das Bibelzitat verstehen.

Aber was bedeutet der Nachsatz: „Ich habe euch von all diesen Völkern unterschieden, damit ihr mir gehört.“ Oder in Lev. 20,23-24: Gott hat Nationen vertrieben, weil er sich vor ihrem Tun ekelte. „Daher habe ich euch gesagt: Ihr seid es, die ihren Boden in Besitz nehmen sollen. Ich bin es, der ihn euch zum Besitz geben wird…..“

Mit diesen Worten im Kopf zogen vor Jahrhunderten christliche Eroberer in die Welt und vertrieben die Ureinwohner. Heute sehen sich Islamisten als die wahren Gläubigen und fühlen sich gerechtfertigt, wenn sie Menschen vertreiben und abschlachten.

Das passt doch alles nicht zu meinem Gottesbild

Als Christ lese ich neben dem Alten Testament auch das Neue Testament, das mit der Geburt Jesu beginnt. An mehreren Stellen macht Jesus klar, dass er nicht gekommen ist, die Gesetze des Alten Testaments, auf die sich in der damaligen Zeit die Juden beriefen, aufzuheben. Dabei verweist er jedoch darauf, dass die Gesetze für den Menschen gemacht sind und ihm dienen sollen. Auf keinen Fall sollen sie aus Willkür oder aus purer Schrifttreue angewendet werden.

Gesetze sind wichtig

Wir Menschen brauchen Gesetze, die unser Zusammenleben regeln. Meine Rechte und Freiheit hören da auf, wo ich an die Grenzen anderer Menschen stoße. Da wir das oft nicht so einfach verstehen, gibt es Gesetze, die das regeln sollen. Diese Gesetze sind auch für mich gemacht, um mich vor Übergriffen von anderen zu schützen.

Gesetze sind also gut und richtig, die Auslegung oder Anwendung dagegen oft mangelhaft oder ungerecht.

Wichtiger ist Gott

Daher ist vielleicht der erste Teil dieses Bibelwortes der wichtigere:

„Seid mir geheiligt…..“

Vielleicht will Gott damit sagen: Bleibt mit mir verbunden. Ich zeige euch, was recht und unrecht ist. Dafür habe ich euch ein Gewissen gegeben, auf das ihr hören sollt. Die Gesetze sind nur ein Grundgerüst, an dem ihr euch orientieren könnt. Letzendlich aber müsst ihr lernen, auf euer Gewissen zu hören. Kommt also zu mir, wenn ihr Rat sucht, denn alles Gute kommt von mir – ohne mich könnt ihr nichts tun.

Nicht zufällig lautet auch das erste der zehn Gebote: „Ich bin der Herr, dein Gott!“ (Exodus,20,2)

Auch dafür kam Jesus in die Welt

Gott sieht wie seine Gesetze aus dem Ruder laufen, wie Menschen zur Zeit Jesu aufgrund der jüdischen Gesetze hart bestraft wurden, wie Menschen in seinem Namen auch heute verfolgt und getötet werden, wie verbohrt und festgefahren die katholische Kirche und andere Glaubensvereinigungen manchmal sind.

Überall da, wo Menschen am Werk sind, läuft es nicht immer rund, da wir nicht vollkommen wie Gott sind. Deshalb immer wieder der Aufruf: Seid mir geheiligt! Ihr gehört mir! Ich bin euer Schöpfer und ich bin vollkommen gut. Vergesst das nicht.

Jesus kam nicht um zu verurteilen, sondern um zu heilen und aufzurichten. Wie der Kranke den Arzt braucht, so braucht auch der Sünder Gottes Zuwendung. Und Jesus hat sich all denen zugewandt, die vom Gesetz her von den Menschen abgelehnt und ausgegrenzt wurden. Auch wenn es oft eigene Schuld ist, tut es gut, wenn wir jemandem unser Herz aussschütten und unser Versagen zugeben können. Jesus ermuntert uns dazu und hat immer ein offenes Ohr für uns.

Gebet

Jesus, ich danke Dir, dass Du mir hilfst, Dein Wort, das mich oft auch irritiert, zu verstehen. Manchmal fällt es mir schwer, gut und böse zu unterscheiden. Hilf mir dann, auf mein Gewissen zu hören, denn mein Gewissen ist die Stimme Gottes. Du hast Dich immer wieder im Gebet dem Vater zugewandt und hast uns das „Vater-unser“ ans Herz gelegt. Führe auch mich immer wieder zu Dir zurück, wenn ich mich von Dir entfernt habe, denn ohne Dich kann ich nichts tun, ist mein Leben nur Stückwerk, in dem ich blind umher irre. Du allein bist mein Gott und Vater. Mit Dir bekommt mein Leben Sinn und kann gelingen. Ich vertraue Dir – Danke.

Vertrauen

und Gottes Hilfe

Heute morgen zog ich die Bibelstelle 1 Samuel 2,1:

„Hanna betete. Sie sagte: Mein Herz ist voll Freude über den Herrn, erhöht ist meine Macht durch den Herrn. Weit öffnet sich mein Mund gegen meine Feinde; denn ich freue mich über deine Hilfe.“

Wieder geht es um Gebet, Vertrauen und Gottes Hilfe.

Ein Mann hat 2 zwei Frauen. Die eine hat mehrere Kinder, die andere, Hanna, ist kinderlos. Zu der damaligen Zeit war das für eine Frau eine große Schande. Am Ehemann scheint es ja in dem Fall nicht zu liegen. Deshalb wird Hanna auch von der anderen Ehefrau verspottet und gedemütigt.

In ihrer Verzweiflung wendet sie sich an Gott. Sie führt in dem Tempel, zu dem die ganze Familie einmal im Jahr hinzieht, ein verzweifeltes Gespräch mit Gott. Selbst dem Priester ist sie nicht geheuer und er glaubt, eine Betrunkene vor sich zu haben. Als er sie zu verjagen versucht, sagt sie ihm, dass sie eine traurige Frau ist, die dem Herrn ihr Herz ausgeschüttet hat. Der Priester hat in dem Moment wohl seinen Fehler erkannt, denn er segnet sie und sagt ihr zu, dass der Herr ihr Gebet erhört habe und ihre Bitte erfüllen werde.

Hanna ging weg und es wird gesagt, dass sie kein trauriges Gesicht mehr hatte. Irgendetwas hat ihr neuen Lebensmut und Freude gegeben, obwohl nichts weiter passiert ist.

Diese Erfahrung habe ich auch schon öfter gemacht. Wenn mich etwas bedrückt und ich mich dann ernsthaft Gott zuwende, ihm mein Herz ausschütte, fühle ich mich nachher meistens erleichtert. Oft ergreift mich dann auch Freude. Ich sehe wieder klarer und kann glauben, dass es einen Ausweg aus meinem Problem gibt.

Manchmal begegnen mir dann Menschen, die mir etwas hilfreiches sagen und mir damit sehr gut tun, oder es kommt eine unvorhergesehene Situation, die alles verändert. Und selbst wenn sich nichts äußerlich verändert, ist meine innere Einstellung eine andere und damit sieht auch die Welt um mich rum anders aus.

Gebet

Herr Jesus Christus, ich danke dir für dein Wort heute morgen. Nachdem die derzeitige Berichterstattung über Corona trotz Lockerungen über einen sehr langen Zeitraum spekuliert, in dem uns das Virus noch in Atem halten wird, kann einem schon ein bisschen bang werden. Wie soll das alles weiter gehen? Verkraftet unsere Wirtschaft das?

Und da kommt dein Wort genau richtig: wir dürfen dir vertrauen. Du hast auch die Gebete der Hanna erhört, die dann einen Sohn (Samuel) geboren hat.

Das gibt mir heute morgen wieder richtig Zuversicht, dass wir auch diese Situation schaffen.

Danke.

Gott – ich suche dich?

Wo bist du, Gott?

Gerade habe ich das Gefühl, dass ich Gott nicht finden kann. In der Gebetszeit lasse ich mich von allem ablenken und bin mit meinen Gedanken immer woanders. Warum fällt es mir derzeit so schwer zu beten? Dabei habe ich auch das Gefühl, dass Gott ganz weit weg ist.

Heute morgen zog ich eine Bibelstelle aus Jesaja (Jes. 58,11):
„Der Herr wird dich immer führen, auch im dürren Land macht er dich satt und stärkt deine Glieder. Du gleichst einem bewässerten Garten, einer Quelle, deren Wasser nicht trügt.“

Das Wort hört sich doch gut an – aber: warum fühle ich das derzeit nicht?

Und dann lese ich Jesaja 58 von vorne:
Gott sagt zu Jesaja: „Sie suchen mich Tag für Tag und haben daran Gefallen, meine Wege zu erkennen – …und sie fordern von mir gerechte Entscheidungen und haben an Gottes Nähe Gefallen – sie fragen: warum fasten wir und du siehst es nicht?“ (Jes. 58,2-3)

Gott sieht unser Bemühen sehr wohl, aber er sieht auch, dass wir uns nur halbherzig im Gebet hingeben. Mich beschäftigen zur Zeit so viele andere Dinge, dass ich nicht wirklich bei der Sache bin.

Und dann ist da noch was ….

In Jes. 58 sagt Gott weiter, dass die Menschen an den Fastentagen und am Sabbat Geschäfte machen, dass sie über andere Menschen schlecht reden, dass sie sich nicht für Gerechtigkeit einsetzen und die Not ihrer Mitmenschen nicht sehen.

Hat Gott damit recht?

Unser Dilemma ist, dass wir oft nur uns selbst im Blick haben. Wenn wir so beten, ist das einfach nur oberflächlich. Wir lassen uns nicht mit ganzem Herzen und ganzem Verstand auf Gott ein. Lesen wir die Heilige Schrift doch mal mit dem Herzen, dann hören wir, dass Gott ganz für uns da sein und uns alles schenken will, was wir benötigen (s. Jes. 58,11). Dafür müssen wir Gott auch machen lassen und ihm ganz und gar vertrauen. Und das wiederum fällt uns schwer, weil sich dann auch schnell der Zweifel regt.

Neben Gottvertrauen gehört auch, den Mitmenschen und die Schöpfung im Blick zu haben.
Denn wenn wir von Gott Gerechtigkeit erwarten, müssen auch wir gerecht mit Anderen umgehen. Und wenn wir auf die Liebe und Barmerzigkeit Gottes setzen, müssen wir auch unseren Nachbarn und Nächsten liebevoll und großzügig begegnen.

Und so sagt Gott uns in Jesaja 58, 9-10 zu:

„Wenn du dann rufst, wird der Herr dir Antwort geben, und wenn du um Hilfe schreist, wird er sagen: Hier bin ich! Wenn du Unterjochung aus deiner Mitte entfernst, auf keinen mit dem Finger zeigst und niemandem übel nachredest…., dann geht im Dunkel dein Licht auf und deine Finsternis wird hell wie der Mittag.“

Das hat mir jetzt auch zu denken gegeben und ich frage mich:
Wie bin ich Gott heute morgen begegnet?
War ich bei der Sache und habe mich mit ganzem Herzen im Gebet eingelassen?
Welche Baustellen mit Mitmenschen habe ich?

Auch mit diesen Fragestellungen dürfen wir zu Gott kommen und ihn bitten, uns die Augen zu öffnen.

Fakt ist…

wenn wir uns nicht mit ganzer Kraft für das Gute einsetzen, dann trennt uns das von Gott und das nennt man Sünde (Sünde heißt übersetzt getrennt sein, abgesondert sein). Gott weiß, dass uns die Sünde sowohl von seinem Lebensstrom, den er uns schenken will, abschneidet, aber auch zur Spaltung der Menschen untereinander führt. Und das tut uns und der ganzen Welt nicht gut. Deshalb bittet uns Gott so eindringlich, seine Gebote der Liebe zu achten.

Was können wir tun?

Ich kann euch nur ermuntern, mal Jesaja 58 selbst durchzulesen. Ihr werdet merken, dass die Menschen damals gar nicht so weit von uns heute entfernt sind. Unsere Probleme mit Gott und den Mitmenschen sind im Grunde die gleichen, die die Menschen auch damals hatten. Und die Bibel will uns Wegweiser für gelingendes Leben sein.

Gebet

Guter Vater, du kennst unsere menschliche Schwäche, alles alleine regeln zu wollen. Das ist auch bis zu einem bestimmten Punkt richtig. Natürlich sollen wir unseren Beitrag leisten und uns nicht auf Kosten anderer ausruhen. Aber lass uns erkennen, dass du größer bist als wir und dass wir immer wieder deine Führung brauchen, damit wir auf dem richtigen Weg bleiben. Mach uns darauf aufmerksam, wenn unsere Gedanken neidisch und missgünstig sind, wenn wir mit Worten – vielleicht auch ohne Absicht – verletzen oder nicht hinhören, wo uns jemand etwas sagen will.

Ich wünsche uns, dass Gott sich finden lässt.