Sterben und Leid

Warum lässt Gott das zu?

Wenn ein Mensch plötzlich und unerwartet verstirbt, ist das für die Angehörigen nur schwer zu verstehen. Die Frage nach dem Glauben wird oft beantwortet mit: „Derzeit habe ich ein Problem mit DEM da oben!“

Obwohl ich fest daran glaube, dass die Menschen im Sterben neu geboren werden, fällt es mir schwer, den Trauernden Gottvertrauen zu vermitteln. Ich kann sie ja verstehen. Der Verlust eines geliebten Menschen tut so weh, dass man mit Gott und der Welt hadert. Es ist einfach unbegreiflich.

Der Tod gehört zum Leben

Erst mit etwas Abstand können wir dann erkennen, dass wir nicht dauerhaft für diese Erde geschaffen sind und dass der Tod zum Leben gehört. Ich weiß, das hört sich nach falschem Trost an, ist aber Fakt.

Die Frage lässt sich auch erweitern auf die derzeitige Corona Pandemie. Ist Gott wirklich gut, wenn er ein Virus wie Corona, das den Menschen Leid bringt, auf den Menschen los lässt und warum?

Vielleicht ist die Fragestellung generell falsch.

Mir sagte kürzlich jemand, dass Gott die Welt mit allem, was in ihr vorhanden ist, geschaffen hat. Im Zuge der Evolution hatten und haben auch Viren und Bakterien ihren Sinn und gehören maßgeblich zur Entwicklung des Lebens. Mit vielen Viren und Bakterien leben wir in friedlicher Koexistenz oder sogar in einer für beide Seiten hilfreichen Symbiose zusammen.

Da Gott keines seiner Lebewesen so einfach wieder aus der Schöpfung entfernt, weil er uns vielleicht auch die Entwicklung des Lebens von Anbeginn an sowie die Evolution lückenlos verständlich machen will, müssen wir mit gewissen Gefahren für unser Leben rechnen. Es gibt ja auch Raubtiere und Giftschlangen. Das hat in erster Linie nichts mit der Frage zu tun, ob Gott gut ist. Und das Leben des Menschen ist auf der Erde nicht auf Unsterblichkeit angelegt. Am Ende wird ein jeder von uns sterben.

Stell dir vor, es gäb den Himmel

Das am Donnerstag gefeierte Christi-Himmelfahrt macht uns Mut. Jesus sagt, dass er uns vorausgeht, um für uns einen Platz im Himmel zu bereiten. Und er lässt uns nicht als Waisen zurück, sondern wird den Vater bitten, uns den Heiligen Geist als Beistand zu senden. Und alles, worum wir in seinem Namen bitten, wird der Vater uns gewähren.

Das sind Aussagen!!!

Auch wenn Viren und Bakterien zur Schöpfung dazu gehören, haben wir Menschen die geistigen Fähigkeiten bekommen, unser Leben ein kleines bisschen zu überblicken und Lösungen für Probleme zu entdecken. Das kann kein anderes Tier in dem Maße, wie wir das können! Durch Forschung und Wissenschaft werden Gegenmittel und Prophylaxen entwickelt, die uns helfen, manche Herausforderung zu bestehen. Die Medizin heilt viele Krankheiten; wir sind in der Lage, Schwache und Kranke so zu unterstützen, dass sie würdevoll leben können.

Wir sind nicht hilflos ausgeliefert

Gott bewahrt uns zwar nicht vor allem, Menschen werden krank und sterben, ja, aber er gibt uns auch Werkzeuge an die Hand, die uns helfen. Wir sind nicht allein.

Wir müssen mit all den uns zur Verfügung stehenden Kräften gegen Krankheit und Tod kämpfen, aber wenn es so weit ist, sollten wir auch mutig das Sterben und den Tod annehmen, in der Hoffnung bei Gott neues Leben zu finden.

Gott sei Dank!

Vater, manchmal haben wir den Eindruck, dass die Welt uns feindlich gegenübersteht. Dann sehen wir die Schönheit deiner Schöpfung nicht mehr im Ganzen. Unser Fokus ist dann nur auf das Leid und den Schmerz der gegenwärtigen Situation ausgerichtet. Dabei übersehen wir, mit welchen Gaben und Erkenntnissen du uns auch ausgestattet hast. Du willst, dass wir leben und sogar Leben in Fülle haben. Dazu verhilft uns der Heilige Geist, der für jeden Menschen mindestens eine Gabe hat: die einen entdecken und forschen, andere lehren, wieder andere heilen…..

Jeder hat eine Gabe,

die der Welt und den Menschen gut tut. Aber irgendwann feiern wir einen anderen Geburtstag. Das ist dann der Tag, an dem wir im Reich Gottes oder im Himmel ankommen.

Lassen wir uns also im Leben von Viren, Krankheit und Tod nicht ängstigen.

Jesus bereitet uns eine Wohnung im Himmel!!

Auferstehung

Was bedeutet das für mich?

Zuerst einmal ist es für mich unbegreiflich. Tote kommen nicht zurück. Der Tod ist das endgültige Ende unseres irdischen Lebens.

Ich bin als ehrenamtliche Sterbebegleiterin schon bei einigen Menschen gewesen, deren Leben dem Ende zuging. Ich betrachte den Weg des Sterbens als die letzte große Reise, die der Mensch antritt – ein großes Abenteuer.

Letztens hatte ich bei einer Sterbebegleitung ein wunderbares Erlebnis. Als ich den Schwerkranken das erste Mal traf, lag er schon im Bett und konnte außer etwas Wasser nichts mehr zu sich nehmen. Aber er genoß es, mir Geschichten aus seinem Leben zu erzählen, und er hatte ein spannendes Leben!

Nach einiger Zeit sprachen wir auch über Glauben und ich fragte ihn, ob ich für ihn beten dürfe. Er bejahte und ich sprach ein freies Gebet über Gott, der alles in seinen Händen hält und über die Liebe Gottes zu uns Menschen. Dabei hatte ich eine Hand auf seinem Arm liegen und die Augen geschlossen. Als ich ihn wieder anblickte, hatte er Tränen der Freude in den Augen und er stammelte immer wieder: „Dass ich das erleben durfte!“

Ich hatte keine Ahnung, was passiert war, aber ich war mir sicher, dass er irgendetwas gesehen hatte, was ihn sehr glücklich machte.

Als ich ihn 2 Tage später wieder besuchen kam, schlief er. Seine Tochter versuchte ihn zu wecken, da er sich am Morgen sehr auf meinen Besuch gefreut hätte. Aber da er nicht wach zu kriegen war, setzte ich mich zu ihm ans Bett, streichelte seinen Arm und betete für ihn. Er atmete ganz ruhig und gleichmäßig. Alles war ganz friedlich. Als ich nach ungefähr einer Stunde gehen wollte, sagte ich ihm das und legte ihm zum Segen die Hand auf den Kopf. Da öffnete er den Mund und atmete tief aus.

Ich rief seine Tochter und sagte ihr, dass sich etwas verändert hatte. Er war tatsächlich in dem Augenblick gegangen als ich mich von ihm verabschiedet habe.

Trotz der Trauer um diesen interssanten Mann erfüllte mich ein tiefer Friede, denn ich wusste tief in mir drin, dass ich mir um ihn keine Sorgen machen muss. Bei ihm war ich mir ganz sicher, dass er in ein wunderbares neues Leben eingetreten ist, was er vor 2 Tagen vielleicht schon erblickt hatte, denn sein Sterben war in keinster Weise ein Kampf, sondern ein ganz friedlicher, kaum erkennbarer Übergang vom Leben in eine andere Dimension. Ich glaube, er hat sein Sterben zugelassen und angenommen.

Für mich war das ein Miterleben von Auferstehung. Und ich denke, wir brauchen keine Angst vor dem Tod zu haben. denn der ist Übergang in etwas Neues und Wunderschönes.
Und mit diesem Glauben, können wir auch dem Leben gelassener begegnen. Wir dürfen uns am Leben freuen, denn wir sind gehalten in Gottes Hand.

Gebet

Jesus, auch wenn ich es nicht mit dem Verstand begreifen kann, so glaube ich daran, dass ich eines Tages mit Dir auferstehen werde. In Deiner Auferstehung rufst Du uns zu: “ Fürchtet euch nicht! Schaut, ich bin nicht im Tod geblieben. Wer mir nachfolgt, wird mit mir auferstehen, denn ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Wer mir nachfolgt, wird leben, auch wenn er stirbt.“
Ja, Jesus, ich will Dir nachfolgen, führe mich.
Ich will glauben, hilf meinem Unglauben.
Ich will Dir vertrauen, nimm meinen Zweifel.
Amen.