Totengedenken

Jetzt rücken sie im Kirchenjahr wieder näher: Die Gedenktage für die Verstorbenen.

Im Monat November gedenken wir an Allerheiligen und Allerseelen wieder den Toten. Viele Generationen von Menschen sind uns schon voraus gegangen, einige wenige haben wir gekannt. Wir haben mit ihnen gefeiert und gelacht, sie haben zu unserem Leben dazu gehört und dann sind sie irgendwann einfach von uns gegangen. Wir können uns noch an sie erinnern, wissen aber, dass wir sie hier auf Erden nie mehr wiedersehen.

Wo sind sie hin?

Bei der Suche nach einer Antwort kommt mir gleich noch eine weitere Frage in den Sinn: Wo kommen wir her? Irgendwann waren wir auch einfach mal da und keiner kann sich erinnern, wo er vor seiner Geburt war oder woher er kommt.

Und es kommen noch mehr Fragen

Im Vergleich zur Ewigkeit ist unsere Zeitspanne auf der Erde verhältnismäßig kurz und scheinbar unbedeutend. Was liegt vor bzw. hinter unserer irdischen Existenz? Und warum bin ich überhaupt auf der Erde? Was ist der Sinn meines Lebens?

Um die Frage nach dem Sinn vielleicht ein bisschen zu erhellen, schauen wir uns mal die Gebote an, die Gott dem Menschen nach dem Auzug aus Ägypten gegeben hat. Wenn Gott uns diese Gebote für unser Leben gegeben hat, dann scheinen sie auch wichtig für unsere Sinnfrage zu sein.

Das wichtigste Gebot

Jesus wurde einmal gefragt, was denn das wichtigste Gebot ist: „Jesus antwortete: Dies ist das wichtigste Gebot: Hört, ihr Israeliten! Der Herr ist unser Gott, der Herr allein. Ihr sollt ihn von ganzem Herzen lieben, mit ganzer Hingabe, mit eurem ganzen Verstand und mit all eurer Kraft. Ebenso wichtig ist das andere Gebot: Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst. Kein anderes Gebot ist wichtiger als diese beiden.“ (Markus, 12, 29-31)

Der Sinn unseres Lebens scheint demnach, sich bewusst zu machen, dass Gott allein unser Herr ist. Wir sollen Ihn lieben, Ihn im Gebet suchen und dabei Herz und Verstand einsetzen. Das ganze soll nicht ab und zu mal passieren, sondern mit ganzer Hingabe und mit all unserer Kraft. Das ist mal ein Ansage! Gott ist nicht nur ein Sonntagsgott, sondern ER will an unserem ganzen Leben teilhaben. Mit all unserer Kraft sollen wir IHN lieben! Da bleibt nicht mehr viel übrig. Das hört sich nach einer echten Lebensaufgabe an.

Ich bin ein Kind Gottes!

Und dann kommt noch ein weiteres Gebot dazu: Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst. Das heißt: zuerst muss ich mich lieben. Wie soll ich das machen? Ich kenne mich doch, weiß um meine Defizite, um meine Schwächen. Vielleicht hilft es, wenn ich mir vorstelle, dass ich von Gott bedingungslos zuerst geliebt wurde und werde. Ich bin ein Kind Gottes!

Wenn ich von jemandem geliebt werde, kann ich daraus schließen, dass ich liebenswert bin. Dieser Gedanke will ein bisschen gepflegt werden, indem ich mir immer wieder neu sage, dass ich geliebt und damit liebenswert bin.

Viele Menschen sind erfolgreich, bekommen Anerkennung und verwechseln das mit geliebt werden. Aber das allein ist es nicht: wir müssen im tiefsten Innern überzeugt sein, dass wir liebenswert sind, gerade dann, wenn wir erfolglos sind und die Menschen uns sogar ablehnen (aus welchen Gründen auch immer!). Ich muss irgendwann wirklich glauben, dass ich geliebt bin! Erst dann bin ich tatsächlich in der Lage, den Anderen lieben zu können.

Selbstlos, weil ich mich geliebt weiß

Mutter Teresa war so ein Mensch, die sich selbstlos um die ärmsten der Armen in Indien kümmerte. Sie brauchte keinen Ruhm und keine Anerkennung, sondern die Dankbarkeit der Armen war ihr genug. Sie muss sich ganz sicher von Gott geliebt gewusst haben. Nur das machte sie fähig, so selbstlos zu dienen.

Der Sinn meines Lebens ist kurz zusammengefasst: Gott und die Liebe zu suchen, damit auch ich lieben kann und Teil der göttlichen Liebe werde.

Ins Herz geschrieben

Damit wir daran denken, was wir tun sollen, sagt Gott in Deuteronomium 6, 6: „Und diese Worte, auf die ich dich heute verpflichte, sollen auf deinem Herzen geschrieben stehen.“

Das heißt nichts anderes, als dass wir meist sehr wohl wissen, was gut und richtig ist und oft eine tiefe Sehnsucht nach Leben haben. Diese Sehnsucht ist der Ruf Gottes, der uns immer wieder zur Umkehr bewegen will: Komm doch zu mir! Ich liebe dich! Ich will für dich sorgen! Ich will dich hören, wenn du rufst!

Gott schließt einen Bund mit uns

Dabei dürfen wir nicht vergessen: die Gebote sind keine Pflicht für uns; sie sind letztendlich ein Bund, den Gott mit uns geschlossen hat und in dem Gott uns zusagt, dass ER für uns da sein und sorgen will, wenn wir diesen Seinen Bund einhalten. Stellt euch das doch mal vor: Der große, allmächtige und ewige Gott will bei uns sein und für uns sorgen!!

Gott hält unser Leben in seinen Händen

Irgendwann müssen auch wir wieder gehen und diese Erde verlassen.

Paulus sagt in Philipper 1, 21: “ Denn für mich ist Christus das Leben und Sterben Gewinn.“ Paulus legt sein Leben in die Hände Gottes. Sein Leben ist für ihn fruchtbares Wirken für die Menschen ganz im Sinne von Jesus und Sterben bedeutet für ihn ein Verlangen, aufzubrechen und bei Christus zu sein. Paulus sieht sterben nicht als Ende, aus und vorbei, sondern sagt: „… um wieviel besser wäre das!“ (Phil. 1, 23).

Zwei Wahrheiten über den Tod

Der Tod ist der Feind des Lebens.
Ich muss irgendwann sterben.

Wie kommen wir damit klar?

In den Evangelien lesen wir: Jesus ist auferstanden und hat damit den Tod besiegt.

Stimmt das? Einige sagen, dass das unmöglich ist. Wie konnte Jesus von den Toten auferstehen? Tot ist und bleibt tot! Für sie ist wahrscheinlicher, dass die Jünger den Leichnam Jesu aus dem Grab geholt und versteckt haben, damit ihr Lebenswerk um Jesus nicht völlig sinnlos wurde. Sie wollten nur ihr Gesicht wahren. Deshalb predigten sie dann eine erfundene Auferstehung.

Das hört sich doch ganz logisch an ….

Kurioserweise haben diese Menschen dann aber nicht den Tod gescheut, um ihre abstruse Idee weiter zu verkünden. Das macht doch kein Mensch, wenn er weiß, dass er bei einer Täuschung mitgewirkt hat! Täuschen und Fake news, ja, aber dafür sterben? Wir hören von Paulus, dass Sterben für ihn Gewinn ist. Wie oft saß er wegen seiner verkündeten Botschaft im Gefängnis? Petrus ist lieber gestorben, als seinen Glauben aufzugeben. Stephanus, der erste christliche Märtyrer, sah während seines Sterbens den Himmel offen und bat um Vergebung für seine Mörder …

Meine Zuversicht

Ja, der Tod ist der Feind des Menschen und wir alle müssen sterben. Doch Jesus hat den Tod besiegt. Das glaube ich!
Vor dem Sterben habe ich Angst, eigentlich vor den Schmerzen und vor dem Alleinsein. Genau da ist Jesus selbst auch durchgegangen: durch Schmerz und Verlassenheit. Deshalb bin ich zuversichtlich, dass ER mir auch dabei helfen wird.

Ich hatte vor ungefähr einem Jahr eine Sterbebegleitung und hatte das Gefühl, dass dieser Mensch 2 Tage vor seinem Tod so etwas wie einen offenen Himmel gesehen hat. Er war so überglücklich, dass ihm die Tränen kamen und 2 Tage später ist er ganz friedlich gegangen.

Ich glaube, dass Christus den Tod besiegt hat und uns etwas unvorstellbar Schönes erwartet, wenn unsere Zeit hier auf Erden abgelaufen ist. Und ich hoffe, dass ich dann auch loslassen und ganz im Frieden mit mir und der Welt gehen kann. Dazu gehört aber, dass ich mir täglich Gedanken mache, wo ich das Gebot Gottes nicht eingehalten habe und dass ich im Gebet mit Gott jeden Abend reinen Tisch mache. Alles darf und soll ich Ihm bringen.

Allerheiligen / Allerseelen

Denken wir daran, wenn wir am Friedhof an den Gräbern unserer Lieben stehen, dass sie uns vorausgegangen sind. Trotz unserer Trauer wünsche ich uns allen auch die Freude, dass unsere Lieben jetzt ganz bei Gott sind und endlich SEIN Angesicht schauen können. Und bedenken wir auch, dass wir selbst Windhauch sind, wie Kohelet sagt. Nehmen wir uns nicht so wichtig, aber erinnern wir uns daran, was in unserem Leben wichtig ist: wir sind geliebt!

Gebet

Guter Vater, Du bist der Ursprung allen Seins. Du warst schon bevor die Erde geworden ist und wirst noch sein, wenn die Erde längst Vergangenheit ist. Aus Liebe hast Du uns Menschen geschaffen und Du freust Dich über jeden, der sich von Dir lieben lässt. Jesus sagt uns so oft, dass wir uns nicht sorgen sollen und dass der Vater im Himmel weiß, was wir brauchen. Herr, wir wollen Dich und Deinen Bund mit uns ernst nehmen. Ich will Dich in mein Leben lassen. Ich will Dir mein Leben übergeben. Ich will meine Talente gebrauchen, die Du mir gegeben hast. Dir zur Ehre! Ich will Dich und das Leben lieben. Und ich will keine Angst vor dem Tod haben, weil ich glaube, dass Du mich in meiner dunkelsten Stunde begleiten wirst.


Kirche II

Oft höre ich, dass man auch ohne Kirche gläubig sein kann und meist wird dann auf diejenigen verwiesen, die ohne in die Kirche zu gehen soviel Gutes tun, die anderen Menschen helfen, die sich für Umwelt und Tierwohl einsetzen, die alles andere als gleichgültig leben. Ich habe Respekt vor solchen Menschen und die Welt braucht solche Menschen. Aber:

Gut-sein = gläubig?

Da wird jemand, der Gutes tut, mit einem gläubigen Kirchenbesucher gleichgesetzt, dessen Aufgabe es ja auch ist, Gutes zu tun. Einziger Unterschied: ersterer spart sich nervige Gottesdienste, die immer am Sonntag stattfinden, dem einzigen Tag, an dem man mal ausschlafen kann.

Ich habe Menschen im Ohr, die sagen, dass sie mit der Kirche zwar nicht können, aber trotzdem an Gott glauben. Meist werden dann die Querelen in der Kirche als Begründung für die Ablehnung angeführt. Ethische Standpunkte werden als Hinweis auf vorhandenen Glauben gegeben – nach dem Motto: „An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen.“ Reicht das aus?

Ich denke, da machen wir es uns zu einfach. Was war die eigentliche Botschaft Jesu? „Kehrt um und glaubt an das Evangelium!“ Jesus ist auf die Menschen zu gegangen, hat sie geheilt, hat dabei aber immer auf den Vater verwiesen. Das ist ein ganz wichtiger Punkt in seiner Botschaft. Er hat die Apostel berufen, die Botschaft vom Reich Gottes zu verkünden, wobei wir alle mit aufgerufen sind, von unserem Glauben Zeugnis zu geben. Petrus hat er schlussendlich die Kirche anvertraut.

Glaube will gelebt werden

Natürlich kann man auch ohne Kirche an Gott glauben. Glaube will aber gelebt und geteilt werden! Ich bin aufgefordert, Gott im Gebet und durch Lesen Seiner Botschaft zu suchen. Mein Glaubenszeugnis macht nur Sinn, wenn ich es anderen mitteile. Dazu brauche ich Gemeinschaft mit anderen Menschen, die ebenfalls auf der Suche sind. Das wiederum ist Kirche. Besteht nicht auch die Gefahr, dass das Interesse an Gott ohne Bindung an regelmäßige Gottesdienstbesuche langsam erlahmt?

Glaube wird unterschiedlich gelebt

Lange dachte ich, dass Gott ohne Kirche wohl für andere okay ist. Auch im Glauben sollte man tolerant sein. Fakt ist doch: Gott als Schöpfer aller Menschen liebt auch alle Menschen! Denn Gott ist die Liebe! Ob der Gottesdienst und die Kirche wichtig sind, entscheidet jeder selbst.

Für mich selbst merke ich, dass ich die Kirche als Verbindung zu Gott brauche, und die Gemeinschaft der Mitchristen hilft mir, zu glauben, dass es Gott wirklich gibt. Das trägt mich auch durch manche Zeiten des Zweifels, die auch immer wieder kommen. Für mich ist Gottesdienst auch kein Must-do, sondern ich gehe gerne hin und der sonntägliche Gottesdienst gibt meinem Sonntag Struktur. Oft ist die sonntägliche Stunde in der Kirche meine Ruhezeit, die ich dringend benötige und die mir gut tut. Ich darf dann einfach nur da sein.

Übrigens….

…. ist Gottesdienst kein Dienst, den wir Menschen leisten. Ich bin von Gott höchstpersönlich eingeladen, der mir Gutes tun will und mir sein Wort und sein Brot als Wegzehrung für die vor mir liegende Woche mitgeben will. Darf ich eine Einladung ohne Grund überhaupt ausschlagen? Dazu fällt mir das Gleichnis Matthäus 22, 1 ff.ein, wo ein König die Hochzeit für seinen Sohn ausrichten will. Aber die eingeladenen Gäste wollen nicht zur Hochzeit kommen, obwohl schon alles für das große Fest vorbereitet ist. Sie haben Wichtigeres zu tun und gehen lieber ihren Geschäften nach. Traurig, oder?

Was ist der Unterschied zwischen einem Menschen, der verantwortungsvoll lebt und Gutes tut und einem Gläubigen?

Der Gläubige, der auch Gutes tun soll, hat in erster Linie Gott als Mittelpunkt seines Lebens. Indem er der Einladung Gottes folgt, gibt er Gott die Ehre, die ihm zusteht. In der Feier der Eucharistie wird zudem immer wieder an den Tod und die Auferstehung Jesu erinnert. Das ist eine unvorstellbar großartige Botschaft: Jesus hat Sünde (Trennung von Gott) und Tod überwunden, ist auferstanden und sagt auch uns die Auferstehung zu. Klar lebe ich jetzt und heute in dieser Welt und ich danke Gott dafür, dass ich leben darf, aber ich werde diese Welt auch mal verlassen und da ist es wichtig, dass ich mit Gott im Reinen, in Seiner Nähe bin, denn da wird es irgendwann um Alles oder Nichts für mich gehen.

Ja, dann lass mich auch dabei sein…

In einem alten Gospel heißt es: „Ja, wenn der Herr einst wieder kommt, ja dann lass mich auch dabei sein. (Oh, when the saints go marchin` in. Then, Lord, let me be in that numer, oh, when the saints go marchin` in.) Ja, ich möchte auch dabei sein!

Während der Wandlung von Brot und Wein in den Leib und das Blut Jesu bekennen wir:

„Deinen Tod, oh Herr, verkünden wir.
Deine Auferstehung preisen wir.
Deine Wiederkunft erwarten wir.“

Um die Wiederkunft Jesu geht es! Paulus sagt, dass wir auf Jesu Tod getauft sind und mit Ihm auch auferstehen werden. Das ist die zentrale Botschaft unseres Glaubens! Genau daran erinnern wir uns in der Eucharistiefeier. Die Eucharistie selbst hilft uns, in dieser Beziehung zu Gott zu leben: befreit von Sünde und Tod! – als Kinder Gottes! Ich kann nur erahnen, was das tatsächlich bedeutet, verstehen werde ich es wohl in diesem Leben nicht.

Glaube ist mehr als Gut-sein

Wenn ich weiß, wer mein Leben in Händen hält (auch meine Zeit!), dann kann ich voll Zuversicht und Freude mein Leben leben. Ich muss mir keine Sorgen machen, denn Gott ist bei mir. Jesus hat dem Tod durch seine Auferstehung den Stachel genommen. Als Kind Gottes bin ich von der Knechtschaft des Todes befreit.

Ja, als Christ soll ich auch Gutes tun, aber da geht es noch um viel mehr…..

Die Kirche ist wie ein Schiff, das auf dem großen Meer des Lebens unterwegs ist. Auch wenn die Kirche durch manche Flaute dümpelt, im Sturm zu kentern droht, sollten wir sie auf keinen Fall verlassen. Wir sind gemeinsam unterwegs und das Schiff Kirche trägt uns, weil Gott seine Kirche trägt. Alleine gehen wir unter. Bitten wir um den Heiligen Geist, dass Er die Kirche durch die Wellen führt. Und folgen wir der Einladung Gottes und lassen uns im Gottesdienst immer wieder beschenken. Es geht nicht um den Sonntagmorgen, es geht um Alles für uns!

Auferstehung

Was bedeutet das für mich?

Zuerst einmal ist es für mich unbegreiflich. Tote kommen nicht zurück. Der Tod ist das endgültige Ende unseres irdischen Lebens.

Ich bin als ehrenamtliche Sterbebegleiterin schon bei einigen Menschen gewesen, deren Leben dem Ende zuging. Ich betrachte den Weg des Sterbens als die letzte große Reise, die der Mensch antritt – ein großes Abenteuer.

Letztens hatte ich bei einer Sterbebegleitung ein wunderbares Erlebnis. Als ich den Schwerkranken das erste Mal traf, lag er schon im Bett und konnte außer etwas Wasser nichts mehr zu sich nehmen. Aber er genoß es, mir Geschichten aus seinem Leben zu erzählen, und er hatte ein spannendes Leben!

Nach einiger Zeit sprachen wir auch über Glauben und ich fragte ihn, ob ich für ihn beten dürfe. Er bejahte und ich sprach ein freies Gebet über Gott, der alles in seinen Händen hält und über die Liebe Gottes zu uns Menschen. Dabei hatte ich eine Hand auf seinem Arm liegen und die Augen geschlossen. Als ich ihn wieder anblickte, hatte er Tränen der Freude in den Augen und er stammelte immer wieder: „Dass ich das erleben durfte!“

Ich hatte keine Ahnung, was passiert war, aber ich war mir sicher, dass er irgendetwas gesehen hatte, was ihn sehr glücklich machte.

Als ich ihn 2 Tage später wieder besuchen kam, schlief er. Seine Tochter versuchte ihn zu wecken, da er sich am Morgen sehr auf meinen Besuch gefreut hätte. Aber da er nicht wach zu kriegen war, setzte ich mich zu ihm ans Bett, streichelte seinen Arm und betete für ihn. Er atmete ganz ruhig und gleichmäßig. Alles war ganz friedlich. Als ich nach ungefähr einer Stunde gehen wollte, sagte ich ihm das und legte ihm zum Segen die Hand auf den Kopf. Da öffnete er den Mund und atmete tief aus.

Ich rief seine Tochter und sagte ihr, dass sich etwas verändert hatte. Er war tatsächlich in dem Augenblick gegangen als ich mich von ihm verabschiedet habe.

Trotz der Trauer um diesen interssanten Mann erfüllte mich ein tiefer Friede, denn ich wusste tief in mir drin, dass ich mir um ihn keine Sorgen machen muss. Bei ihm war ich mir ganz sicher, dass er in ein wunderbares neues Leben eingetreten ist, was er vor 2 Tagen vielleicht schon erblickt hatte, denn sein Sterben war in keinster Weise ein Kampf, sondern ein ganz friedlicher, kaum erkennbarer Übergang vom Leben in eine andere Dimension. Ich glaube, er hat sein Sterben zugelassen und angenommen.

Für mich war das ein Miterleben von Auferstehung. Und ich denke, wir brauchen keine Angst vor dem Tod zu haben. denn der ist Übergang in etwas Neues und Wunderschönes.
Und mit diesem Glauben, können wir auch dem Leben gelassener begegnen. Wir dürfen uns am Leben freuen, denn wir sind gehalten in Gottes Hand.

Gebet

Jesus, auch wenn ich es nicht mit dem Verstand begreifen kann, so glaube ich daran, dass ich eines Tages mit Dir auferstehen werde. In Deiner Auferstehung rufst Du uns zu: “ Fürchtet euch nicht! Schaut, ich bin nicht im Tod geblieben. Wer mir nachfolgt, wird mit mir auferstehen, denn ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Wer mir nachfolgt, wird leben, auch wenn er stirbt.“
Ja, Jesus, ich will Dir nachfolgen, führe mich.
Ich will glauben, hilf meinem Unglauben.
Ich will Dir vertrauen, nimm meinen Zweifel.
Amen.

Ostern 2020

Auferstehung von den Toten

Jesus ist tatsächlich am Kreuz gestorben. Die Soldaten zerbrachen ihm die Beine nicht, weil sie sahen, dass er schon tot war (Joh. 19,33). Johannes, der unter dem Kreuz stand, bezeugt es, indem er sagt: „Und der, der es gesehen hat, hat es bezeugt und sein Zeugnis ist wahr. Und er weiß, dass er Wahres sagt, damit auch ihr glaubt“ (Joh. 19,35)

Was sollen wir glauben?

Dass Jesus von den Toten auferstanden ist!!
Dabei ist er zuerst einigen Frauen begegnet, die früh morgens zum Grab gegangen waren, dann nach und nach seinen Freunden. Wenn Jesus vor ihnen stand, haben sie ihn nicht gleich erkannt. Er hatte wohl ein anderes Aussehen. Ich weiß auch nicht, wie ich mir das vorstellen soll, welche Gestalt Jesus hatte, aber irgendwann sagte oder tat er wohl etwas, was sie plötzlich überzeugte und vollkommen froh werden ließ.

Alles ein Bluff?

Die Botschaft von Jesu Tod und Auferstehung ist inzwischen 2000 Jahre alt und das Christentum ist weltweit die größte Glaubensrichtung mit über 2 Milliarden Anhängern.
Hätte diese Botschaft so lange überdauert und so viele Menschen begeistert, wenn es reiner Bluff der Jünger gewesen wäre, was ja einige Menschen behaupten?
Ich glaube nicht, da es Statistiken darüber gibt, dass Lügen, die nur einigen Menschen bekannt sind, immer irgendwann auffliegen, weil mindestens einer der Geheimnisträger irgendwann darüber zu reden anfängt. Und je mehr von dem Geheimnis wissen, desto schneller wird es bekannt.
Außerdem hätte sich die Sache irgendwann tot gelaufen: Die Jünger hätten ihre Version der Geschichte mit Jesus samt Auferstehung erzählt, hätten damit ihr Gesicht gewahrt, dass sie nicht blind einem seltsamen Heiler auf den Leim gegangen sind und wären wieder ihrer alten Arbeit nachgegangen.

Aber das taten sie eben nicht!

Sie zogen plötzlich raus in die Welt, um diese Botschaft von der Auferstehung Jesu überall zu verkünden. Einige wurden dabei auch gefangen genommen, gefoltert und getötet und hielten doch an ihrer Botschaft fest.

Und ab da wird es für mich glaubwürdig. Ich war selbst nicht mit dabei, kann mich nur auf Hören-Sagen verlassen. Aber die Standhaftigkeit dieser ersten Boten überzeugt auch mich.

Und deshalb mache auch ich mich auf, um diese frohe Botschaft zu verkünden.

Frohe Ostern!!