Ostern 2020

Auferstehung von den Toten

Jesus ist tatsächlich am Kreuz gestorben. Die Soldaten zerbrachen ihm die Beine nicht, weil sie sahen, dass er schon tot war (Joh. 19,33). Johannes, der unter dem Kreuz stand, bezeugt es, indem er sagt: „Und der, der es gesehen hat, hat es bezeugt und sein Zeugnis ist wahr. Und er weiß, dass er Wahres sagt, damit auch ihr glaubt“ (Joh. 19,35)

Was sollen wir glauben?

Dass Jesus von den Toten auferstanden ist!!
Dabei ist er zuerst einigen Frauen begegnet, die früh morgens zum Grab gegangen waren, dann nach und nach seinen Freunden. Wenn Jesus vor ihnen stand, haben sie ihn nicht gleich erkannt. Er hatte wohl ein anderes Aussehen. Ich weiß auch nicht, wie ich mir das vorstellen soll, welche Gestalt Jesus hatte, aber irgendwann sagte oder tat er wohl etwas, was sie plötzlich überzeugte und vollkommen froh werden ließ.

Alles ein Bluff?

Die Botschaft von Jesu Tod und Auferstehung ist inzwischen 2000 Jahre alt und das Christentum ist weltweit die größte Glaubensrichtung mit über 2 Milliarden Anhängern.
Hätte diese Botschaft so lange überdauert und so viele Menschen begeistert, wenn es reiner Bluff der Jünger gewesen wäre, was ja einige Menschen behaupten?
Ich glaube nicht, da es Statistiken darüber gibt, dass Lügen, die nur einigen Menschen bekannt sind, immer irgendwann auffliegen, weil mindestens einer der Geheimnisträger irgendwann darüber zu reden anfängt. Und je mehr von dem Geheimnis wissen, desto schneller wird es bekannt.
Außerdem hätte sich die Sache irgendwann tot gelaufen: Die Jünger hätten ihre Version der Geschichte mit Jesus samt Auferstehung erzählt, hätten damit ihr Gesicht gewahrt, dass sie nicht blind einem seltsamen Heiler auf den Leim gegangen sind und wären wieder ihrer alten Arbeit nachgegangen.

Aber das taten sie eben nicht!

Sie zogen plötzlich raus in die Welt, um diese Botschaft von der Auferstehung Jesu überall zu verkünden. Einige wurden dabei auch gefangen genommen, gefoltert und getötet und hielten doch an ihrer Botschaft fest.

Und ab da wird es für mich glaubwürdig. Ich war selbst nicht mit dabei, kann mich nur auf Hören-Sagen verlassen. Aber die Standhaftigkeit dieser ersten Boten überzeugt auch mich.

Und deshalb mache auch ich mich auf, um diese frohe Botschaft zu verkünden.

Frohe Ostern!!

So sehr hast Du die Welt geliebt

Karfreitag

Heute….
heute ist der Tag, an dem wir dem Sterben Jesu gedenken.
Du wurdest verraten von Deinem Freund, du wurdest gefangen genommen, verhört, misshandelt und gedemütigt: „Was? Du willst ein König sein??“ Hahaha!!
Sie spuckten dir ins Gesicht. Viele deiner Freunde wandten sich ab – aus Furcht oder wollten sie nichts mehr mit dir zu tun haben? Vielleicht konnten sie es auch einfach nicht ertragen. Was sollten sie auch gegen den aufgebrachten Mob tun.

Wir wissen alle, wie es ausgeht.
Du trugst dein Kreuz an der johlenden Menge vorbei. Dann zogen sie dich aus, stellten dich halbnackt zur Schau – ausgeliefert – und nagelten dich schließlich auf ein Holzkreuz. Selbst im Sterben haben sie dich den Blicken der Schaulustigen ausgesetzt. Doch du tatest deinen Mund nicht auf.

Warum, Jesus?

Was hast du getan? Alles, was du immer wolltest, war, für die Armen, Schwachen und Hilflosen in der Gesellschaft da zu sein. Du hast die Verirrten, die Ausgegrenzten gesucht, um ihnen Mut zu machen. Dabei warst du den feinen Bürgern oft ein Dorn im Auge. Wie haben sie gezetert, als du bei einem Zöllner zu Gast sein wolltest oder weil du Umgang mit einer Hure hattest? Aber das waren genau die Menschen, für die du auf die Welt gekommen bist. Du hast gesagt, dass nicht die Gesunden einen Arzt brauchen, sondern die Kranken. Und den Kranken und Schwachen hast du vom Reich Gottes, von Liebe und Freundschaft erzählt. Du hast sie so angenommen, wie sie sind und deine Beachtung hat ihrem Leben Würde und damit Sinn gegeben. Danach haben viele ihr Leben geändert. Selbst dem Verbrecher neben dir am Kreuz hast du zugesagt, dass er noch heute mit dir im Paradies sein wird. Was für eine Zusage für einen Sterbenden!

Gebet

Jesus, auch ich verstehe nicht, was damals passiert ist. Ich weiß auch nicht, ob ich nicht auch davon gelaufen wäre, weil ich es nicht hätte ertragen können, wie man dich behandelt hat. Du warst immer gut zu den Menschen. Ja, du hast einigen auch ein schlechtes Gewissen gemacht, wenn du über die Ungerechtigkeiten der Erfolgreichen und Starken gegenüber den Armen und Ausgegrenzten geredet hast. Du hast den unbarmherzigen Umgang miteinander angeprangert, der auch heute vielerorts spürbar ist. Heute heißt es nur nicht mehr „unbarmherzig“, sondern mobbing. Das Ergebnis ist dasselbe.

Jesus, lass uns etwas aus deinem Leben und Sterben lernen. Lass uns anständig, rücksichtsvoll miteinander umgehen, egal wie verschieden wir alle sind. Hilf uns Vorurteile abzubauen, denn jeder ist dein Kind, von dir geschaffen und gewollt. Und gerade die Vielfalt macht unsere Welt so bunt und schön.

Fürchte dich nicht

Gründonnerstag 2020


Noch immer hat uns die Corona Infektion voll im Griff. Ostern werden wir dieses Jahr anders als in den Jahren zuvor feiern, denn die Ausgangsbeschränkungen gelten auch am kommenden Wochenende noch. Die Kirchen bleiben also weiter geschlossen. Wie sich alles weiter entwickelt, weiß derzeit niemand. Die Fallzahlen in unserer Region steigen zwar langsamer, aber gleichzeitig warnen die Wirtschaftsweisen vor einer großen Rezession. Brauchen wir jetzt solche Nachrichten? Oder schaden sie uns nicht vielmehr?
Derzeit gilt es doch die Corona Krise in den Griff zu bekommen, alles andere können wir sowieso erst später angehen.

Sind solche Nachrichten nicht gar vorauseilende Prophezeihungen? Was machen sie mit uns?

Markus, 5,36

„Jesus, der diese Worte gehört hatte, sagte zu dem Synagogenvorsteher: Fürchte dich nicht! Glaube nur!“

Während der Synagogenvorsteher zu Jesus eilt, um ihn um Hilfe für seine im Sterben liegende Tochter zu bitten, erhält er die Nachricht, dass das Kind zwischenzeitlich verstorben ist.
Jesus, der das auch gehört hat, sagt zu ihm: Fürchte dich nicht! Glaube nur!

Vor einigen Jahren zog ich zufällig dieses Bibelzitat und es beunruhigte mich sehr. Ich spürte, dass etwas passieren würde, wusste aber nicht was. Abends schaute ich besorgt nach meinen Kindern im Kinderzimmer, die aber friedlich schliefen. Meine Unruhe blieb aber bestehen.
Am nächsten Morgen rief meine Mutter an, um mir zu sagen, dass mein Vater einen schweren Fahrradunfall gehabt hätte. Mir fielen sofort die Worte: „Fürchte dich nicht! Glaube nur!“ ein. Das gab mir in dem Moment viel Zuversicht. Mein Vater hatte großes Glück gehabt und wurde wieder vollkommen gesund.

Vielleicht gilt dieser Aufruf: Fürchte dich nicht! Glaube nur! auch uns heute. Egal, wer uns Angst machen will, glaubt daran, dass Gott es gut mit uns meint.

Jesus hat das tote Mädchen mit den Worten: Talita kum! – Mädchen, steh auf! wieder ins Leben zurückgeholt. Für Gott ist nichts unmöglich. Vertrauen wir Ihm heute.

Corona-Krise: Wo ist Gott?

Wenn Gott heute auf die Erde schaut, wielviel Glaube findet er bei uns?

Ich gehöre zu einer Generation, die noch nie einen Krieg, Hunger oder Seuchen erlebt hat. Im Gegenteil: ich gehöre zu den wenigen Menschen auf dieser Erde, die alles im Überfluss haben. Dabei kann man leicht geneigt sein zu glauben, das wir uns das alles selbst erarbeitet haben.

Wir meinen, ein Recht darauf zu haben, dass wir zwischen 10 frischen Brotsorten auswählen können, dass wir mit dem Auto überall hin fahren können und dass wir Anspruch auf Urlaub in der Welt haben. Auch von der Medizin erwarten wir, dass sie uns jederzeit wieder heil macht. Insgesamt leben wir auf der Überholspur, verbrauchen zuviele Resourcen und produzieren zuviel Müll. Unseren Wert als Mensch beziehen wir aus unserer Wirtschaftsleistung.

Seit einiger Zeit schon mahnen uns die Klimaexperten um eine Änderung unserer Lebensweise. Aber wie soll das gehen? Wir befürchten, dass Änderungen Arbeitslosigkeit zur Folge haben könnten, dass unser Wirtschaftssystem zusammenbricht. Deshalb sind alle bisherigen Klimaziele auch nur halbherzige Lösungen.
Dabei verkraften viele Menschen den hektischen Gang unserer Zeit nicht mehr und werden krank.

Es muss etwas passieren

Da dringt ganz plötzlich in dieses bisher so vertraute Leben ein kleiner Virus ein und führt so nach und nach alles zum Stillstand. Unsere sozialen Kontakte kommen zum Erliegen, sämtliche Kulturveranstaltungen fallen aus, wir sollen zu Hause bleiben, um die Ansteckungskette zu unterbrechen. Restaurants und Läden werden geschlossen. Etwas Unvorstellbares wird plötzlich Realität.

Aus anderen Ländern erreichen uns katastrophale Bilder und der mahnende Aufruf, auf die Vorgaben der Politiker und der Virologen zu hören. Was passiert da gerade? Und da uns diese Situation Angst macht, weil wir sie nicht einschätzen können und die Medienberichte aus den anderen Ländern für uns kaum auszuhalten sind, kommt vielerorts ganz leise der Gedanke: Da war doch mal was…. Meine Oma hat früher immer bei Gewitter gebetet…. Gibt es da jemanden, der uns helfen kann…..

Und da kommt Gott wieder ins Spiel

Ja, es gibt jemanden, der alles in seinen Händen hält. GOTT!! Gott ist die Liebe! Und er sehnt sich nach uns. Er will nicht unser Unglück und Leid. Immer wieder hat er uns Leben in Fülle verheißen, wenn wir zu IHM umkehren. Gott will auch nicht diese Krankheit, die uns derzeit so ängstigt. Aber ER lässt sie zu, damit wir zur Besinnung kommen und zu IHM zurück finden.

Wie kann ich mich an Gott wenden

Erst einmal ist wichtig, dass wir erkennen, dass es einen Gott gibt, der sehnsüchtig auf uns wartet und der uns Leben in Fülle schenken will.

Und dass Gott auch heute wirkt, sehen wir an der Einheit, wie Politik, Wirtschaft, Presse und Gesellschaft derzeit einmütig und ruhig an einem Strang ziehen, um dem Virus die Kraft der Verbreitung zu nehmen. Da ist Gott spürbar. Wir sind also nicht allein im Kampf gegen Corona. Und Jesus sagt uns immer wieder zu: Fürchte dich nicht!

Auf dieses „Fürchte dich nicht“ können wir uns getrost verlassen. Wenn ihr ein Kreuz habt, dann schaut es einmal ganz bewusst an und sagt: Jesus, ich vertraue dir! Sorge DU!
Und dann lasst alles los, was ihr nicht verändern könnt. Ihr werdet merken, wie es euch damit besser geht.