Was ist los mit unserem Land? Wenn ich die Tageszeitung lese oder Nachrichten schaue, denke ich, dass der Ton in unserem Land rauer wird. Bilde ich mir das nur ein?

Viele Lehrer leiden unter Burn out, weil sie mit dem Ton ihrer Schüler und deren Eltern nicht zurecht kommen; im digitalen Netz werden Menschen systematisch fertig gemacht und bedroht, natürlich anonym; Krankenwagenfahrer und Notärzte müssen sich mit Gaffern rumschlagen, ehe sie Verletzten helfen können; illegale Autorennen nehmen Tote in Kauf; die Presse polarisiert durch dubiose Meinungsäußerungen statt seriös recherchierter Berichtberichterstattung …

Wo man auch hinschaut: Lüge, Spaltung und Gewalt. Einige Staatenlenker gießen noch Öl ins Feuer und finden es wunderbar, wenn es ordentlich brennt.

Was geschieht hier?

Ich habe das Gefühl, dass sich unser Land in dem Maße verändert wie uns gleichzeitig ein wertvolles Gut verloren geht: unser Glaube an Gott! Unsere christlich geprägte Gesellschaft verkörpert Werte, die durch die christliche Religion vorgegeben werden:

Miteinander statt Gegeneinander
Wahrheit statt Lüge
Mitgefühl statt Gleichgültigkeit
Teilen statt Egoismus
Gastfreundschaft statt Hetze

Das sind alles Werte, die uns Jesus aufgetragen hat und die unser Land zu dem gemacht haben, was es heute ist.

Jetzt ist es allerdings so, dass sich immer mehr Menschen vom Glauben und damit von Gott verabschieden. Sie halten sich für aufgeklärt und verlassen sich eher auf die Wissenschaft und die Wirtschaft. Alles, was nicht beweisbar ist, gibt es für sie nicht. Da hat der Glaube an Gott keinen Platz mehr und gläubige Menschen werden häufig als einfältig betrachtet.

Warum glaube ich trotzdem noch?

Manchmal denke ich, dass es so viel einfacher wäre, mich der Mehrheit der Menschen anzupassen. Warum halte ich immer noch an meinem Glauben an Gott fest, wenn so viele davon überzeugt sind, dass es Gott nicht gibt?

Diese Frage hat mich sehr nachdenklich gemacht und meine Antwort lautet:

Weil ich nicht anders kann! Ich habe so oft schon die Gegenwart Gottes in meinem Leben gespürt und sein Wirken erlebt, dass ich gar nicht sagen kann: „Es gibt keinen Gott!“ Das wäre zutiefst unwahr und gegen meine Überzeugung. Ich glaube, dass es Gott gibt, auch wenn ich dafür belächelt werde!

Wenn es aber Gott gibt …

Lässt sich Gott unsere Abkehr von IHM gefallen?

Ich denke schon. Gott ist kein strafender Gott, wie vor gar nicht langer Zeit unseren Eltern noch gepredigt wurde, sondern: ER ist die Liebe! Gott hat uns aber auch die Freiheit gegeben, uns gegen IHN zu entscheiden und ER weiß um unsere Schwachheit.

Wie alles begann oder die erste Auflehnung gegen Gott

Einst lebte der Mensch glücklich und sorgenfrei mit Gott im Paradies. Wäre da nicht die Schlange gewesen, die ihn mit ihrer Lüge verführte. Sie säte Zweifel an Gottes Motiven und brachte den Menschen dazu, von der verbotenen Frucht – vom Baum in der Mitte – zu essen. Sie sagte: “ Ihr werdet nicht sterben. Vielmehr weiß Gott, dass an dem Tag, da ihr davon esst, euch die Augen aufgehen und ihr sein werdet wie Götter, die Gutes und Böses erkennen.“ (Genesis 3, 4-5) Und damit war das Misstrauen gegen Gott gesät und die Neugier siegte über das Verbot Gottes.

Darauhin verlor der Mensch die Freundschaft zu Gott und musste den Garten Eden verlassen, was auch bedeutete, dass der Mensch dem Tod verfiel. Vielleicht war das keine Strafe, sondern Gott musste den Baum des Lebens, der ebenfalls im Garten stand, vor den Menschen schützen, damit sie nicht auch noch unsterblich würden.

Aber als Gott die Menschen aus dem Paradies verwies, machte ER ihnen Kleider aus Fellen und bekleidete sie damit. Wenn ER sie nur hätte strafen wollen, hätte er sie nackt wie sie waren verjagt.

Kurz:

Der Mensch braucht keinen strafenden Gott, um sich ins Unglück zu stürzen. Das macht er schon ganz alleine oder andere verführen ihn dazu, wie die Schlange in der Genesis. Und wenn wir die Wege Gottes verlassen, finden sich andere Kräfte, die uns gerne in die Irre leiten. Ich habe derzeit das Gefühl, dass auch bei uns immer mehr Menschen auf falschen Wegen unterwegs sind. wenn sie sich von Gott abwenden. Die Folgen sehen wir unter anderem in „Fake news“, wie es so nett heißt. Aber Lüge ist nicht nett! Wenn die Wahrheit verloren geht, wem kann ich dann noch trauen?

Was hält uns derzeit noch zusammen?

Wir leben in Deutschland derzeit noch in einer Demokratie, d.h. wir können frei unsere Staatslenker wählen. Unser Land ist ein Rechtsstaat, in dem jeder seine Meinung frei äußern kann, ohne Angst zu haben, dafür verhaftet zu werden. In unserem Grundgesetz ist als erstes festgelegt, dass die Würde jedes Menschen unantastbar ist, d. h. dass jeder einzelne von uns in einem menschenfreundlichen, geschützten Raum lebt. Unser Wirtschaftssystem nennt sich soziale Marktwirtschaft und beinhaltet die Solidarität mit Schwächeren. Zugegeben: es funktioniert nicht immer alles so perfekt, wie es klingt, was am Faktor Mensch liegt. Fehler und Schwächen sind einfach menschlich. Trotzdem ist unsere Staatsform weltweit ziemlich einmalig.

Unsere Demokratie, die die Freiheit des einzelnen in einem gemeinsamen Staatswesen gewährleistet, wird jedoch zunehmend von Kräften attackiert, die diese Freiheit gerne abschaffen würden. Sie nutzen die Rechtsstaatlichkeit für ihre Interessen und schreien laut nach freier Meinungsäußerung, um ihr radikales Gedankengut und ihre Hetze unter die Menschen zu bringen. Und es gibt viele Menschen, die auf ihre Parolen rein fallen. Wenn wir unsere Freiheit erhalten wollen, muss jeder einzelne von uns, dafür einstehen und für die Demokratie kämpfen, auch wenn sie uns manchmal schwach erscheint. Wir dürfen den Hetzern nicht das Feld überlassen und hoffen, das schon alles so bleibt wie es ist. Demokratie ist ein sehr fragiles Gebilde, mit dem jeder verantwortlich umgehen muss. Wie wichtig ist uns unser geschützter Lebensraum? Lassen wir uns das nicht kaputt machen!

Wo kommen unsere Werte eigentlich her?

Wir müssen uns wieder bewusst machen, dass die Werte, die Demokratie und Freiheit erst möglich machen, christliche Werte sind. Es geht um Einheit und Miteinander, um Recht und Freiheit, um Sorge für Schwächere. Es geht um all das, was Jesus uns aufgetragen hat zu tun, damit unser Leben gelingt. All das bringt die Früchte hervor, von denen Jesus immer geredet hat.

Ich habe einfach Angst, wenn Gott sich von uns abwendet, wie wir uns zunehmend von IHM abwenden, dann werden unsere jetzigen Werte ausverkauft werden und es werden andere Werte an ihre Stelle treten: nämlich Egoismus, Hetze, Streit, Gier und vieles mehr. Und die Folgen davon kennen wir.

Zu pessimistisch?

Einige werden jetzt denken, dass mein Menschenbild sehr pessimistisch und die Geschichte der Genesis eine uralte Kamelle ist, die schon lange nicht mehr für einen Vergleich taugt. Aber in dieser Geschichte steckt so viel Weisheit über das Wesen des Menschen, dass man sie nicht ausblenden sollte, obwohl sie schon so alt ist.

Bitte schaut euch unsere jüngere Geschichte an!! Der Mensch ist und war schon immer in der Lage, alles zu zerstören. Ich denke nur an den Größenwahn des dritten Reichs und Schlagworte wie „totaler Krieg“. Haben wir all das schon wieder vergessen? Der Mensch ist nicht nur gut, wobei ich auch sehe, dass es viele gute Menschen gibt. Aber Fakt ist, dass eine – derzeit vielleicht noch kleine – Minderheit von Fanatikern sehr laut Gehör sucht.

Unser Land – die Welt

Diese Entwicklung ist nicht nur in unserem Land spürbar, sondern in ganz Europa und weltweit.

Wo sind die Menschen, die friedlich auf die Straße gehen, um ihre Meinung kund zu tun? In vielen Demonstrationen, die ein Grundrecht sind und auch bleiben müssen, gehen heute gewaltbereite Gruppen mit, die nicht vor Körperverletzung, Zerstörung fremden Eigentums und Plünderung zurückschrecken. Das kann nicht sein. Wer solche Gruppen wie z.B. bei den Corona-Demonstrationen mitziehen lässt, um die eigene Schlagkraft zu erhöhen, der handelt nicht im Sinne unserer Vorstellung von Demokratie.

Machen wir uns Gedanken, wem wir zuhören, mit wem wir uns umgeben und versuchen wir auch wieder für das Christsein einzustehen.

Deshalb müssen wir Christen auch die Menschen wieder versuchen zu erreichen und ihnen die Chance geben, Gott wieder kennenzulernen. Denn ER allein gibt uns Leben in Fülle!

Gebet

Herr, verlass uns nicht, denn ohne Dich sind wir verlassen. Zeige uns, wie wir auf die Menschen zugehen können, um glaubwürdig von Dir Zeugnis zu geben, damit wieder mehr zum Glauben kommen. Eine Welt ohne Gott ist keine lebenswerte Welt! Hab Erbarmen mit Deinen Menschen. Öffne unsere blinden Augen und nimm das Herz aus Stein aus unserer Brust. Lass uns erkennen, dass DU jedem Menschen Würde gegeben hast, die nicht verletzt werden darf. Vater, gieße Deinen Geist auf unser Land und lass uns zu Dir umkehren.

Die Bibel ist voll von Beispielen wie der Mensch immer wieder eigene Wege ohne Gott einschlägt und dabei scheitert. Ich lese gerade die Bibel von vorne und bin derzeit bei dem Buch Exodus an folgender Stelle:

Mose bittet für das untreue Volk

Nach dem Auzug aus Ägypten verlieren die Israeliten immer wieder ihren Glauben an Gott. Einmal kommt es so weit, dass sie sich ein goldenes Kalb gießen, das sie dann anbeten. Gott ist darüber so erzürnt, dass ER zwar Mose anweist, das Volk in das verheißene Land zu führen, ER selbst will aber nicht mehr mit ihnen gehen, weil ER dieses Volk nicht mehr erträgt. Mose erinnert Gott daraufhin an Seine Gnade, Barmherzigkeit und Langmut und sagt in Exodus 34,9: „Wenn ich Gnade in Deinen Augen gefunden habe, oh Herr, dann ziehe doch, mein Herr, in unserer Mitte mit. Es ist zwar ein halsstarriges Volk, aber verzeih uns unsere Schuld und unsere Sünde und lass uns dein Eigentum sein.“ Und Gott schließt einen Bund mit ihnen (Ex. 34, 10)

Herr, denk an Deine Barmherzigkeit und Langmut. Gib den vielen in unserem Land, die noch an Dich glauben, den Mut, Zeugnis für Dich abzulegen, damit andere wieder zum Glauben kommen.

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