Dazu las ich letztens: Das Leben hat keinen Sinn, sondern das Leben ist der Sinn!

Stimmt das? Das würde ja bedeuten, das Leben nicht als Mittel auf ein Ziel hin zu sehen, sondern in diesem Leben einfach ganz präsent zu sein. Ich habe nur dieses eine Leben und es ist mir als Geschenk gegeben worden.

Das Leben ist der Sinn

Ich kann viel Schaffen und Werte anhäufen. Aber das gibt meinem Leben nicht mehr Sinn. Ich kann meine Pflichten erfüllen, aber wenn ich das nicht mit Liebe tue, macht auch das keinen Sinn. Wichtig ist, dass ich mein Leben als wertvoll erachte und liebe, erst dann ergibt alles Sinn.

Es ist wie auf einer Wanderung oder Pilgerschaft: der Weg ist das Ziel!

Dabei ist nicht wichtig, ob ich ankomme, sondern wie ich jeden einzelnen Schritt setze und darauf achte, was mir unterwegs so alles begegnet. Vielleicht fällt mir eine schöne Blume auf, eine Schnecke, die über den Weg kriecht, oder es kommen mir gute Gedanken. Vielleicht habe ich auch ein gutes Gespräch mit Gott.

Einzig das Ziel zählt?

Wenn der Weg das Ziel ist, ist es nicht wichtig, ob ich das geplante Ziel wirklich erreiche. Das hängt übrigens auch noch von einigen anderen Faktoren ab, die ich nicht beeinflussen kann: meine körperliche Konstitution, ein Unfall, das Wetter….

Wenn einzig das Ziel zählt, dann ist meine Wanderung spätestens dann gescheitert, wenn ich unterwegs aus irgendeinem Grund abbrechen muss.

Gilt das auch für das Leben?

Ich denke schon. Das Leben will Schritt für Schritt gelebt werden. Natürlich brauche ich auch Ziele, aber wenn mein Leben nur aus Zielen besteht, dann geht es am Wesentlichen vorbei. Das Leben ist Selbstzweck. Ich soll in jedem Augenblick, der mir gegeben wird, das Schöne suchen und Freude daran haben. Das bedeutet, weniger zu planen und sich mehr auf das, was kommt, einzulassen. Oft merke ich, wie meine schön ausgetüftelten Pläne für den Tag durch Unvorhergesehenes zunichte gemacht werden. Darüber kann ich mich dann ärgern oder ich nehme es an und suche den positiven Aspekt darin.

Ist das nicht ziellos?

So wirklich kenne ich das Ziel meines Lebens ja nicht mal. Aber statt mich auf das Jetzt einzulassen, mache ich mir Gedanken, was übermorgen sein könnte, ob meine nächste Urlaubsreise in einem halben Jahr stattfinden wird und wie ich die Zeit am besten rum kriege, damit der Tag zuende geht.

Und so vergeht ein Tag nach dem anderen – Zeit, die nicht mehr wiederkommt.

Manchmal ist es auch dran, Stille und Nichtstun auszuhalten. In solchen Momenten kommen oft kreative Ideen. Nicht in der Hetze des Alltags passiert wesentliches, sondern in der Stille.

Im Leben geht es um Achtsamkeit und um ganz DA-Sein. Wie geht es mir gerade jetzt? Halte ich das Nichtstun aus? Ich sitze gerade bei einer Tasse Kaffee, aber mir fallen schon wieder tausend Dinge ein, die ich tun könnte oder müsste. Das Stillsitzen fällt mir schwer. Aber ich merke auch, dass das genau der Punkt ist, an dem ich arbeiten will.

Alles Windhauch

Kohelet sagt, dass es für alles eine Zeit gibt: „…eine Zeit zum Gebären und eine Zeit zum Sterben, eine Zeit zum Pflanzen und eine Zeit zum Ausreißen der Pflanzen,“ (Kohelet 3,2) Und in 3,12 sagt er: “ Es gibt kein in allem Tun gründendes Glück, es sei denn ein jeder freut sich und so verschafft er sich Glück, während er noch lebt.“

Vielleicht sollte ich mal hinhören, was gerade jetzt für mich dran ist. Was verschafft mir Freude?

Ich habe mir fest vorgenommen, mal zu versuchen, achtsam mit der mir gegebenen Zeit umzugehen. Wenn ich morgens aufstehe, will ich mich bewusst vor dem Spiegel begrüßen, mich auf den Tag, der vor mir liegt, einlassen und mich darauf freuen, was mir heute so alles begegnen wird.

Es gibt so ein kleines Achtsamkeitsspiel: Ich stecke mir morgens 5 Bohnen z.B. in die linke Hosentasche. Bei jedem positiven Erlebnis nehme ich eine Bohne und lasse sie in die rechte Hosentasche wandern. Abends, wenn ich dann meine Taschen leere, schaue ich mir an, für was jede Bohne in der rechten Tasche steht. Und dann kann ich die Bohnen dankend Gott zeigen. Ihr werdet überrascht sein, wieviele schöne Momente ein Tag hat. Und natürlich können auch mehr Bohnen eingesteckt werden.

Vielleicht schaffe ich es damit besser, im Hier und Heute zu verweilen und bewusst bei dem zu sein, was ich gerade tue.

Kleiner Tipp: Freut euch zu jeder Zeit!!!

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