Wer kann damit noch was anfangen?

Es gibt einige Redewendungen in unserem Sprachgebrauch, die das Wort Segen beinhalten: „Auf deinem Tun liegt Segen! Er / Sie ist mit der Begabung, Mitarbeiter zu führen, Kranke zu pflegen, Streit zu schlichten… gesegnet. Es war ein Segen, dass in einer Notlage jemand bei mir war.

Segen bedeutet, dass uns unverdient etwas Gutes widerfahren ist. Segen ist ein Geschenk des Himmels. Wir können ihn nicht verdienen oder erarbeiten, aber wir können ihn verschenken.

Segen ist wie ein warmer Frühlingsregen auf der Haut.

Wo kommt der Segen her?

Wie Segen wirkt, können wir Menschen nicht beeinflussen. Das liegt außerhalb unserer Reichweite. Aber ich kann für andere Menschen Segen erbitten bzw. ich bin sogar dazu aufgerufen, andere zu segnen. Und damit werde ich ein Segen für a ndere.

In Numeri 6, 22-27 sprach der Herr zu Mose:
„Sag zu Aaron und seinen Söhnen: So sollt ihr die Israeliten segnen; sprecht zu ihnen:
Der Herr segne dich und behüte dich.
Der Herr lasse sein Angesicht über dich leuchten und sei dir gnädig.
Der Herr wende sein Angesicht dir zu und schenke dir Frieden.
So sollen sie meinen Namen auf die Israeliten legen und ich werde sie segnen.“

Dieses Wort Gottes ist einfach wunderbar! Gott macht aus unserer Beziehung zu ihm und zu anderen Menschen eine Dreiecksgeschichte. Er ruft uns dazu auf, dem anderen Menschen, der uns am Herzen liegt, in Gottes Namen Gutes zu wünschen und dann sagt Gott uns zu, dass er diesen Menschen segnen wird. Meine guten Wünsche bleiben dann nicht nur schöne Worte, sondern werden Realität. Dabei wird auch mein Herz weit und groß. Das nennt man dann wohl Liebe.

Gott ist die Liebe

und die Liebe will sich verschenken. Deshalb fordert Gott uns sogar auf, für andere Menschen gute Wünsche zu haben. Er will seine Liebe über uns ausgießen. In einem Gebot heißt es: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ Liebe funktioniert nicht für mich alleine, sondern nur in Beziehung mit dem Anderen. Deshalb ist Gottes Wort immer auf Miteinander, Einheit und Gemeinschaft ausgerichtet. Er will mit uns in Beziehung treten. Durch Jesus hat er einen neuen Bund mit uns geschlossen. Und genauso will er auch gute Beziehungen zwischen uns Menschen.

Worin liegt der Segen?

Wenn wir segnen, bitten wir Gott, dem lieben Menschen nahe zu sein, ihn zu behüten und zu beschützen, damit sein Leben und seine Vorhaben gelingen. Das Angesicht Gottes soll über den Gesegneten leuchten und ihn ins Licht stellen. Dann kann ihm die Dunkelheit der Lüge und des Verirrens nichts anhaben, denn Gott schenkt ihm in seinem Licht Klarheit und Wegweisung. Außerdem will er ihm Gnade schenken oder anders ausgedrückt: unverdiente Liebe! Gott wendet dem Gesegneten sein Angesicht zu und ist damit ganz bei uns, so dass sich tiefer Friede in uns ausbreitet. Wir spüren, dass wir ganz mit uns und der Welt im Reinen sind.

Segen ist doppelter Gewinn

Ich stelle mir das Ganze vor wie bei einem Spendenaufruf, wo meine Spende, die ich bereit bin zu geben, von einer anderen Seite verdoppelt wird. Da macht es richtig Freude, viel zu geben, wenn sich am Ende meine Gabe verdoppelt.

Genauso lädt Gott uns zum Segnen ein. Wir wünschen dem Anderen in Gottes Namen Gutes, was Gott dann für uns einlöst, weil wir selbst das nicht bewerkstelligen können. Beim Segnen bitten wir nicht für uns, sondern haben den Nächsten im Blick. Damit fällt der Segen auch auf uns wieder zurück und bringt auch uns Gewinn in Form von Liebe und Freude.

Allerdings gilt auch hier: Gott allein ist gut und er allein weiß, was für uns und für den Anderen gut ist!!!

Gebet

Guter Vater, dein Wort zeigt mir wieder mal, dass du die Liebe bist. Auch wenn ich nicht fassen kann, was deine Liebe für mich bedeutet, so wird mir doch klar, dass du uns mit der Aufforderung zum Segnen ein unvorstellbares Angebot deiner Liebe machst. Wir sind der Welt nicht ohnmächtig ausgeliefert, denn du willst bei uns sein und deine Liebe an uns verschenken. Uns so geliebt und getragen zu wissen, können wir uns mutig und voll Freude dem Leben mit all seinen Facetten stellen.

Es gefällt dir, wenn wir in Einheit leben. Da wirst du immer deine Liebe dazu geben. Mach uns auch fähig, die Menschen zu segnen, die uns verletzt haben. In solchen schwierigen Situationen willst du uns helfen, zu verzeihen und wieder neu aufeinander zu zu gehen.

Warum traue ich mich so oft nicht, den Anderen zu segnen und ihm damit unvorstellbar Gutes zu tun?? Vater, nimm mir meine Zweifel und meine Angst, mich lächerlich zu machen.

… und lass mich ein Segen für Andere sein.

Amen.

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