Manchmal kann ich die Kirche und ihren Umgang mit uns Gläubigen nicht verstehen. Ich weiß nicht, was richtig und falsch ist.

Warum dürfen Frauen nicht zu Priestern geweiht werden? Warum haben einige Priester so hohe Machtansprüche, dass nur sie die einzig Wahren sind und keinerlei Kritik zulassen? Warum bin ich als Frau ein Mensch zweiter Klasse? Warum hält die Kirche an einem strikten Zölibat für Priester fest? Warum bekommen wir Gläubigen keine Erklärungen zu den Sachverhalten, sondern nur ein NEIN! zu hören? Warum empört sich ein Bischof, wenn er beim synodalen Weg neben einem Laien sitzen soll?

Wäre es nicht an der Zeit….

Angeblich hat Jesus nur Männer in seine Nachfolge gerufen. Aber stimmt das? Die Kirche hat in früheren Jahren Frauen in Männernamen umgewandelt, da das besser in das damals herrschende Weltbild passte. Haben wir heute nicht andere Zeiten?

Jesus und die Frauen

Jesus hatte viele Frauen in seinem Gefolge. Nach der Auferstehung begegenete Jesus zuerst Maria von Magdala. War das einfach nur Zufall?

In Griechenland taufte Paulus zuerst eine Frau. Lydia. Sieht aus, als wenn auch Paulus gut mit Frauen auskam.

Jesus und Macht

Zur kirchlichen Macht und Hierarchie hören wir jedes Jahr an Gründonnerstag die Geschichte der Fußwaschung. Jesus beugt sich nieder, um seinen Freunden die Füße zu waschen. Wer andere leiten will, soll seiner Meinung nach auch dienen können.

Aus Rom kommen derzeit ganz andere Töne: Natürlich sind wir Christen ein Volk von Priestern, aber selbst predigen darf bei einer Eucharistiefeier nur ein „echter“ Priester, d.h. ein geweihter Priester. Da darf es keine Diskussion drüber geben.

Es gibt so viele Theologen und Theologinnen, die vielleicht mehr Begabungen zum Predigen haben als so mancher Priester. Worum geht es der Kirche in Rom dabei eigentlich? Um Machterhalt? Das würde niemand so sagen, aber erklären tuts einem auch niemand.

Ich bin verwirrt

In meiner Verwirrung lass ich mich auf Dich, Jesus, fallen.

Du bist mein Gott!
Du bist mein Anker, der mich hält.
Du bist das Wesentliche meines Glauben, das mich trägt.

Verlieren wir nicht die Zuversicht

Die frühe Kirche hat auch schon einige Streitthemen erfolgreich und ohne Kirchenspaltung lösen können. Ich denke da an das Streitthema „Beschneidung“, bei dem Petrus und Paulus sich massiv in die Haare bekommen haben. Für Juden ist die Beschneidung das Symbol, dass sie zum auserwählten Volk Gottes gehören. Es war für Juden unvorstellbar, auf die Beschneidung zu verzichten. Trotzdem einigten sich Petrus und Paulus genial: Petrus, der weiterhin für Beschneidungen eintritt, soll der Apostel der Judenchristen sein, Paulus, der die Beschneidung bei Christen für falsch hält, soll der Apostel der Heidenchristen sein. Eine Kirche und trotzdem unterschiedliche Äußerlichkeiten. Genial!

Sind wir Christen zu lasch?

Neulich las ich: Jedes Kirchenmitglied bekommt die Kirche, die er verdient. Eine streitbare Aussage: Jeder, der nur Versorgerkirche will, bekommt diese auch – ohne Mitsprache. Wer jedoch in der Kirche Änderung will, muss bereit sein, sich selber einzubringen. Wenn ich z.B. bei der Predigt mitreden und Fragen stellen will, muss ich das ansprechen. Wer von uns Laien bringt solche Ideen und Vorschläge mal ins Gespräch? Wer geht mal zum Pfarrer hin und bringt Ideen vor? Bin ich dann auch bereit, bei einer offenen Predigt mitzureden? Ja, wer eine aktive Rolle in der Kirche spielen will, muss aufstehen und dafür kämpfen. Der ein oder andere Pfarrer wartet vielleicht nur darauf.

Gebet

Jesus, ich sehne mich nach einer lebendigen Kirche, in der jeder sich mit seinen Gaben einbringen kann. Ich sehne mich nach tiefer Freude im Gottesdienst. Wie schön ist es, wenn Menschen zusammenkommen, um wirklich Dir die Ehre zu geben, um Dir zu singen und vor Dir zu tanzen? Ein Gottesdienst in Gemeinschaft, wo nichts wichtig ist außer Du. Wo ich einfach vor Dir stehen darf. Wo ich Dich spüren kann. Wo ich den Glauben im anderen spüren kann.

Jesus, zeige uns den Weg zu dir. Wie kann ich dich finden? Schenke uns Weisheit bei den vielen Fragen unserer Zeit. Führe uns zusammen – in die Einheit mit Dir und mit den anderen.

Jesus, ich weiß, dass viele Priester auch mit den Anordnungen aus Rom hadern, dass viele Pfarrer die Vision von einer neuen Kirche haben. Diese Priester brauchen unser Gebet. Stärke sie im Heiligen Geist, dass sie erkennen, was Dein Wille ist. Gib auch unserem Papst Franziskus ein hörendes Herz und die Kraft so manchen Kräften im Vatikan mutig entgegenzutreten.

Jesus, dein Wille geschehe!

3 Gedanken zu “Kirche

  1. Guten Tag

    Ihr Einwand ist verständlich, in der Praxis allerdings meinen die „Erben“ als Zeugen der spirituellen Macht, dass Gott nur in den Schriften zu uns spricht.

    Ich denke, die Frauen wissen es besser, sie geben das wirkliche Leben in die Welt. Sie tragen Gott in ihren Herzen, der in allen Seelen der Menschen zu uns spricht.

    Herzliche Grüsse
    Hans Gamma

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      1. Guten Tag

        Herzlichen Dank, Gott schaut in mir mich an, als gäbe es nur mich selbst. Dem ist er allen Menschen, die eine „Grosse Mutter“.

        Herzliche Grüsse
        Hans Gamma

        Gefällt mir

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