Heutiges Bibelzitat: Levitikus 20,26

„Seid mir geheiligt, denn ich, der Herr, bin heilig und ich habe euch von all diesen Völkern unterschieden, damit ihr mir gehört.“

Gott allein ist heilig, das heißt: er ist vollkommen gut und die einzige Wahrheit. Und wir sollen ihm nachstreben: das Gute tun, die Wahrheit suchen und in Einigkeit miteinander leben. Bis dahin kann ich das Bibelzitat verstehen.

Aber was bedeutet der Nachsatz: „Ich habe euch von all diesen Völkern unterschieden, damit ihr mir gehört.“ Oder in Lev. 20,23-24: Gott hat Nationen vertrieben, weil er sich vor ihrem Tun ekelte. „Daher habe ich euch gesagt: Ihr seid es, die ihren Boden in Besitz nehmen sollen. Ich bin es, der ihn euch zum Besitz geben wird…..“

Mit diesen Worten im Kopf zogen vor Jahrhunderten christliche Eroberer in die Welt und vertrieben die Ureinwohner. Heute sehen sich Islamisten als die wahren Gläubigen und fühlen sich gerechtfertigt, wenn sie Menschen vertreiben und abschlachten.

Das passt doch alles nicht zu meinem Gottesbild

Als Christ lese ich neben dem Alten Testament auch das Neue Testament, das mit der Geburt Jesu beginnt. An mehreren Stellen macht Jesus klar, dass er nicht gekommen ist, die Gesetze des Alten Testaments, auf die sich in der damaligen Zeit die Juden beriefen, aufzuheben. Dabei verweist er jedoch darauf, dass die Gesetze für den Menschen gemacht sind und ihm dienen sollen. Auf keinen Fall sollen sie aus Willkür oder aus purer Schrifttreue angewendet werden.

Gesetze sind wichtig

Wir Menschen brauchen Gesetze, die unser Zusammenleben regeln. Meine Rechte und Freiheit hören da auf, wo ich an die Grenzen anderer Menschen stoße. Da wir das oft nicht so einfach verstehen, gibt es Gesetze, die das regeln sollen. Diese Gesetze sind auch für mich gemacht, um mich vor Übergriffen von anderen zu schützen.

Gesetze sind also gut und richtig, die Auslegung oder Anwendung dagegen oft mangelhaft oder ungerecht.

Wichtiger ist Gott

Daher ist vielleicht der erste Teil dieses Bibelwortes der wichtigere:

„Seid mir geheiligt…..“

Vielleicht will Gott damit sagen: Bleibt mit mir verbunden. Ich zeige euch, was recht und unrecht ist. Dafür habe ich euch ein Gewissen gegeben, auf das ihr hören sollt. Die Gesetze sind nur ein Grundgerüst, an dem ihr euch orientieren könnt. Letzendlich aber müsst ihr lernen, auf euer Gewissen zu hören. Kommt also zu mir, wenn ihr Rat sucht, denn alles Gute kommt von mir – ohne mich könnt ihr nichts tun.

Nicht zufällig lautet auch das erste der zehn Gebote: „Ich bin der Herr, dein Gott!“ (Exodus,20,2)

Auch dafür kam Jesus in die Welt

Gott sieht wie seine Gesetze aus dem Ruder laufen, wie Menschen zur Zeit Jesu aufgrund der jüdischen Gesetze hart bestraft wurden, wie Menschen in seinem Namen auch heute verfolgt und getötet werden, wie verbohrt und festgefahren die katholische Kirche und andere Glaubensvereinigungen manchmal sind.

Überall da, wo Menschen am Werk sind, läuft es nicht immer rund, da wir nicht vollkommen wie Gott sind. Deshalb immer wieder der Aufruf: Seid mir geheiligt! Ihr gehört mir! Ich bin euer Schöpfer und ich bin vollkommen gut. Vergesst das nicht.

Jesus kam nicht um zu verurteilen, sondern um zu heilen und aufzurichten. Wie der Kranke den Arzt braucht, so braucht auch der Sünder Gottes Zuwendung. Und Jesus hat sich all denen zugewandt, die vom Gesetz her von den Menschen abgelehnt und ausgegrenzt wurden. Auch wenn es oft eigene Schuld ist, tut es gut, wenn wir jemandem unser Herz aussschütten und unser Versagen zugeben können. Jesus ermuntert uns dazu und hat immer ein offenes Ohr für uns.

Gebet

Jesus, ich danke Dir, dass Du mir hilfst, Dein Wort, das mich oft auch irritiert, zu verstehen. Manchmal fällt es mir schwer, gut und böse zu unterscheiden. Hilf mir dann, auf mein Gewissen zu hören, denn mein Gewissen ist die Stimme Gottes. Du hast Dich immer wieder im Gebet dem Vater zugewandt und hast uns das „Vater-unser“ ans Herz gelegt. Führe auch mich immer wieder zu Dir zurück, wenn ich mich von Dir entfernt habe, denn ohne Dich kann ich nichts tun, ist mein Leben nur Stückwerk, in dem ich blind umher irre. Du allein bist mein Gott und Vater. Mit Dir bekommt mein Leben Sinn und kann gelingen. Ich vertraue Dir – Danke.

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