Pfingsten 2020

Eine traurige Angelegenheit. Ich sitze mit Mundschutz ziemlich einsam in einer Kirche und verfolge eher passiv den Gottesdienst. Die Orgel spielt drei Strophen des Eingangsliedes, das ich nicht mitsingen kann. Eine hätte es auch getan.

Heiliger Geist, wo bist du?

Der heilige Geist wird in der Bibel als Sturm oder als Feuerzungen beschrieben. Da, wo der Heilige Geist wirkt, wird es lebendig. Menschen freuen sich und jubeln. Jeder kann den anderen verstehen. Aufbruch ist angesagt. Es drängt nach draußen.

Von diesem Wirken spüre ich derzeit nichts. Kein Aufbruch, kein Miteinander.

Abstand – statt Nähe
Gesichtsmaske – statt Offenheit
Beschränkung – statt Freiheit
Angst – statt Lebensfreude
Anmeldung – statt Spontanität
Passivität – statt Aktivität

Ich frage mich, ob und wie die Kirche das überstehen wird.

Die kirchlichen Feiertage wie Ostern, Erstkommunion, Christi-Himmelfahrt, Bittwoche, Pfingsten usw. gehen unbeachtet vorüber, wenn ich mir keinen der wenigen Plätze zum Gottesdienst gesichert habe. Dabei merke ich, wie ich dadurch auch das Zeitgefühl für das Kirchenjahr, das mir sonst als Rahmen dient, verliere. Die Feiertage nehme ich nur aufgrund der arbeitsfreien Tage wahr.

Dabei stelle ich mir die Frage: Brauche ich die Kirche überhaupt noch?

Je länger die Einschränkungen andauern, desto mehr Menschen werden sich wohl dauerhaft von der Kirche verabschieden. Es geht doch auch ohne, oder?

NEIN! Es geht nicht OHNE Kirche!

Pfingsten ist der Startpunkt der Kirche!

Wenn wir jetzt die Kirche abschreiben, dann ist Pfingsten heute ohne Wert. An Pfingsten gingen die Jünger aus ihrem Versteck raus in die Welt und verkündeten die frohe Botschaft: von der Auferstehung Jesu, von dem neuen Bund, den Gott mit uns Menschen geschlossen hat, von der Liebe Gottes zu uns, von unserer Kindschaft zu Gott, dem Vater…..

Vielleicht ist der Rahmen der Kirche überholt, aber die Botschaft gilt nach wie vor und will auch verkündigt werden. Neue Wege der Verkündigung müssen gesucht und gefunden werden. Jetzt ist der Heilige Geist gefordert, unsere Kreativität zum Sprühen zu bringen.

Komm, heiliger Geist

Deine Kirche braucht dich. Wir brauchen dich. Jesus lebt und seine Frohe Botschaft will weiterhin raus in die Welt, zu den Kranken und Sterbenden, zu den Trauernden, zu den Einsamen und Verzweifelten. Wir können nicht zulassen, dass all diese Menschen ohne Trost und Hoffnung bleiben.

Komm, heiliger Geist

Lass uns aufstehen und Neues beginnen.

Reiß uns mit

„Lass wehen, Gott! Regenwolken in vertrocknete Seelen, Zugluft durch verstaubte Gedanken, zarten Hauch allen Verliebten und Sturm durch alles wohl Geordnete.“ (Pfr. Christoph Breit)

Gebete und Bitten

Regenmacher Gott?

Ich habe gerade gelesen, dass man sich über die polnischen Bischöfe lustig macht, da sie die Gläubigen aufgefordert haben, um Regen zu beten. Ist so was denn noch zeitgemäß? Oder greifen wir aufgeklärten Menschen in der Not auf alte, archaische Verhaltensmuster zurück und führen bei Dürre einen Regentanz auf?

Für viele Christen ist mit Christi Himmelfahrt die Bittwoche zuende gegangen. An Christi Himmelfahrt selbst wird an verschiedenen Stationen für sämtliche Berufsgruppen in unserem Land und um gedeihliches Wetter gebetet. Ist das alles Blödsinn?

Im Gegenteil

Mir tut es immer wieder gut, wenn ich die großen Probleme dieser Welt, die ich nicht wirklich beeinflussen kann, an Gott abgeben kann. Natürlich muss ich auch weiterhin meinen Teil dazu beitragen, dass es der Welt und den Menschen besser geht, aber ich brauche mir keine Sorgen, um den Erfolg meiner begrenzten Möglichkeiten zu machen. Tatsache ist: ich alleine kann die Welt nicht retten! Das Große und Ganze hält Gott in seinen Händen.

Das ist wie mit einem riesigen Garten, der für mich alleine viel zu groß zum Bewirtschaften ist. Jetzt könnte ich sagen, dass ich gar nicht erst anfange, etwas zu pflanzen und zu hegen, weil ich den Garten ja doch nicht bewältigen kann. Oder ich suche mir eine kleine Ecke und fange einfach an. Ich setze meine Begabungen ein und kümmere mich um mein kleines Feld. Dabei vertraue ich darauf, dass viele andere sich ebenfalls eine kleine Ecke des Gartens aussuchen und dort ihre Fähigkeiten einbringen.

Jesus will uns dabei helfen

Auch mit meinen kleinen oder persönlichen Anliegen darf ich zu Gott kommen. Jesus sagt an mehreren Stellen: Kommt zu mir, wenn ihr eure Last nicht tragen könnt. Ich will euch helfen. In Matthäus 7,7-11 sagt Jesus: „Bittet und es wird euch gegeben! …. Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wisst, wie viel mehr wird euer Vater im Himmel denen Gutes geben, die ihn bitten.“

Dazu erzählt Jesus einmal das Gleichnis von einem Mann, der seinen Nachbarn nachts um Brot bittet, weil er Besuch bekommen hat und selbst nicht genügend im Haus hat. Und der Nachbar gibt es ihm, damit er wieder schlafen kann.

Ein weiteres Gleichnis handelt von einer Witwe, die einen hartherzigen Richter immer wieder um Gerechtigkeit bittet. Sie ist sehr hartnäckig und irgendwann hat der Richter die Nase voll von ihr und gibt ihr, was sie begehrt, damit sie endlich Ruhe gibt. (Lukus 18, 1-8)

Mit diesen Beispielen sagt uns Jesus, dass wir jederzeit unsere Bitten an ihn richten dürfen. Ich selbst habe schon oft die Erfahrung gemacht, dass mein Beten erhört wurde. Meist fühlte ich mich schon besser, wenn ich das, was mich belastete, aussprechen und an Jesus abgeben konnte.

Jesus ist kein Regengott!

Nein, Jesus ist kein Regengott! Wenn ich mir einbilde, dass irgendwelche Rituale Gott gefügig machen, ist das Blödsinn und Aberglaube. Ich habe keine Handhabe über Gottes Handeln. Es geht bei Gebet und Bitte nicht um Magie nach dem Motto: Bete 3 Vater-unser, dann…..! So funktioniert Gebet nicht. Was wäre das für ein Gott, wenn wir Menschen über ihn bestimmen könnten?

Deshalb ist es auch immer wieder möglich, dass Gott unsere Bitten auf andere Art erfüllt, als wir uns das vorgestellt haben. Vielleicht sind wir dann enttäuscht. Ich versuche meine Bitten, wenn das möglich ist, allgemeiner zu formulieren, indem ich nicht die Richtung meiner Gebetserfüllung vorgebe, sondern Gott bitte, mir Freude oder Frieden zu schenken, mich von meinen Sorgen frei zu machen. Denn wenn ich mit mir und der Welt zufrieden bin und mich freuen kann, dann habe ich meistens alles, was ich brauche. „Euer Vater weiß, was ihr braucht.“ (Lukas 12,30)

Gott hört unsere Bitten

Wir dürfen jederzeit mit unseren Sorgen und Nöten in Demut zu Gott kommen und sicher sein, dass er uns hört. Jesus fordert uns immer wieder dazu auf, indem er sagt: „Kommet zu mir, die ihr mühselig und beladen seid. Ich will euch Ruhe verschaffen.“

Oder: „Suchet zuerst Gottes Reich, dann wird euch das andere dazu gegeben.“ (Lukas, 12,31)

Demut ist auch so ein verstaubter Begriff. Er bedeutet, dass ich als Mensch anerkenne, dass Gott mein Schöpfer ist und ich ganz klein, aber als geliebtes Kind vor ihm stehe. Genau wie ein Kind darf ich den himmlischen Vater um Hilfe bitten, wenn mich etwas belastet. Sei es eine große Sorge oder nur ein Problemchen: ich darf gewiss sein, dass Gott mich hört.

Probiere es einfach mal aus

Gott ist da! – eine Situation hat sich entspannt, ein Problem wurde gelöst oder neue Wege tun sich auf – was auch immer. Da es nichts mit Magie zu tun hat, sondern mit Gottes liebevollem Wirken, ist jetzt auch Dank angebracht. Dank für den, der in einer schwierigen Zeit bei mir war, mich geführt hat und mir wieder Freude geschenkt hat. Das ist ganz wichtig. Gott freut sich über jeden, der sein Wirken erkannt hat. Er braucht unseren Dank nicht, aber als liebender und sorgender Vater freut er sich sicher darüber.

Im Danken verändert sich auch etwas in uns.

Sterben und Leid

Warum lässt Gott das zu?

Wenn ein Mensch plötzlich und unerwartet verstirbt, ist das für die Angehörigen nur schwer zu verstehen. Die Frage nach dem Glauben wird oft beantwortet mit: „Derzeit habe ich ein Problem mit DEM da oben!“

Obwohl ich fest daran glaube, dass die Menschen im Sterben neu geboren werden, fällt es mir schwer, den Trauernden Gottvertrauen zu vermitteln. Ich kann sie ja verstehen. Der Verlust eines geliebten Menschen tut so weh, dass man mit Gott und der Welt hadert. Es ist einfach unbegreiflich.

Der Tod gehört zum Leben

Erst mit etwas Abstand können wir dann erkennen, dass wir nicht dauerhaft für diese Erde geschaffen sind und dass der Tod zum Leben gehört. Ich weiß, das hört sich nach falschem Trost an, ist aber Fakt.

Die Frage lässt sich auch erweitern auf die derzeitige Corona Pandemie. Ist Gott wirklich gut, wenn er ein Virus wie Corona, das den Menschen Leid bringt, auf den Menschen los lässt und warum?

Vielleicht ist die Fragestellung generell falsch.

Mir sagte kürzlich jemand, dass Gott die Welt mit allem, was in ihr vorhanden ist, geschaffen hat. Im Zuge der Evolution hatten und haben auch Viren und Bakterien ihren Sinn und gehören maßgeblich zur Entwicklung des Lebens. Mit vielen Viren und Bakterien leben wir in friedlicher Koexistenz oder sogar in einer für beide Seiten hilfreichen Symbiose zusammen.

Da Gott keines seiner Lebewesen so einfach wieder aus der Schöpfung entfernt, weil er uns vielleicht auch die Entwicklung des Lebens von Anbeginn an sowie die Evolution lückenlos verständlich machen will, müssen wir mit gewissen Gefahren für unser Leben rechnen. Es gibt ja auch Raubtiere und Giftschlangen. Das hat in erster Linie nichts mit der Frage zu tun, ob Gott gut ist. Und das Leben des Menschen ist auf der Erde nicht auf Unsterblichkeit angelegt. Am Ende wird ein jeder von uns sterben.

Stell dir vor, es gäb den Himmel

Das am Donnerstag gefeierte Christi-Himmelfahrt macht uns Mut. Jesus sagt, dass er uns vorausgeht, um für uns einen Platz im Himmel zu bereiten. Und er lässt uns nicht als Waisen zurück, sondern wird den Vater bitten, uns den Heiligen Geist als Beistand zu senden. Und alles, worum wir in seinem Namen bitten, wird der Vater uns gewähren.

Das sind Aussagen!!!

Auch wenn Viren und Bakterien zur Schöpfung dazu gehören, haben wir Menschen die geistigen Fähigkeiten bekommen, unser Leben ein kleines bisschen zu überblicken und Lösungen für Probleme zu entdecken. Das kann kein anderes Tier in dem Maße, wie wir das können! Durch Forschung und Wissenschaft werden Gegenmittel und Prophylaxen entwickelt, die uns helfen, manche Herausforderung zu bestehen. Die Medizin heilt viele Krankheiten; wir sind in der Lage, Schwache und Kranke so zu unterstützen, dass sie würdevoll leben können.

Wir sind nicht hilflos ausgeliefert

Gott bewahrt uns zwar nicht vor allem, Menschen werden krank und sterben, ja, aber er gibt uns auch Werkzeuge an die Hand, die uns helfen. Wir sind nicht allein.

Wir müssen mit all den uns zur Verfügung stehenden Kräften gegen Krankheit und Tod kämpfen, aber wenn es so weit ist, sollten wir auch mutig das Sterben und den Tod annehmen, in der Hoffnung bei Gott neues Leben zu finden.

Gott sei Dank!

Vater, manchmal haben wir den Eindruck, dass die Welt uns feindlich gegenübersteht. Dann sehen wir die Schönheit deiner Schöpfung nicht mehr im Ganzen. Unser Fokus ist dann nur auf das Leid und den Schmerz der gegenwärtigen Situation ausgerichtet. Dabei übersehen wir, mit welchen Gaben und Erkenntnissen du uns auch ausgestattet hast. Du willst, dass wir leben und sogar Leben in Fülle haben. Dazu verhilft uns der Heilige Geist, der für jeden Menschen mindestens eine Gabe hat: die einen entdecken und forschen, andere lehren, wieder andere heilen…..

Jeder hat eine Gabe,

die der Welt und den Menschen gut tut. Aber irgendwann feiern wir einen anderen Geburtstag. Das ist dann der Tag, an dem wir im Reich Gottes oder im Himmel ankommen.

Lassen wir uns also im Leben von Viren, Krankheit und Tod nicht ängstigen.

Jesus bereitet uns eine Wohnung im Himmel!!

Ich bin, die ich bin

Wer bin ich?

Manchmal fühle ich mich überflüssig und frage mich, ob die Welt mich wirklich braucht. Ich kann mich nicht so annehmen, wie ich bin und bin mir selbst der größte Kritiker. Im Vergleich mit anderen habe ich das Gefühl, langweilig zu sein, nicht mithalten zu können.

Muss ich das überhaupt?

Oft reden die Anderen doch nur von sich selbst – was sie alles machen, wo sie überall waren, wie wichtig sie sind. Dabei sind sie oft nicht an meiner Meinung interessiert. Und davon lasse ich mich runter ziehen?

Ich muss mich nicht beweisen – ich muss mich nur selbst annehmen! Das bedeutet, dass ich mir erst einmal über mich selbst klar werden muss:

Wer bin ich wirklich? – ohne die Masken, die ich anderen zeige?
Was gefällt mir an mir?
Was mache ich gerne und gut?
Was ist mir wichtig?
Wie steht es mit meinen Beziehungen?
Welche Fähigkeiten und Talente habe ich?

Mein Problem: Geduld

Dabei bemerke ich, wie mich schon wieder Ungeduld befällt. Wieder will ich schnelle Lösungen, damit ich weiter komme. Aber kann es nicht auch sein, dass ich alle Zeit der Welt für meine Fragen habe? Warum will ich immer schnell zum Ziel kommen? In der jetzigen Coronazeit verpasse ich doch nichts. Ich kann mir einfach Zeit für mich nehmen. Vielleicht bin ich sogar eigens auf der Welt, um diese Fragen für mich zu klären?

Was könnte der nächste Schritt sein?

Demaskierung

Im Zusammenleben mit anderen Menschen spiele ich viele Rollen. Manchmal weiß ich selbst nicht mehr, wer ich in Wahrheit bin. Vielleicht ist es an der Zeit, meine Masken abzunehmen und zu mir selbst zu stehen.

Was weiß ich über mich?

Ich weiß, dass ich Gottes geliebtes Kind bin. ER hat mich so geschaffen, wie ich bin. Die Welt braucht genau mich mit meinen Ecken und Kanten, aber auch mit meinen guten Eigenschaften. Gott hat einen Plan für mich! Ich bin genau richtig und brauche mich nicht hinter irgendetwas zu verstecken. Auch wenn meine Meinung nicht immer Mainstream ist, so ist sie vielleicht gerade wichtig. Die Welt braucht auch Querdenker.

Was können wir von Jesus lernen?

An vielen Stellen sagt Jesus uns, wer er ist:
Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.
Ich bin der gute Hirte.
Ich bin die Tür.
Ich bin der Weinstock.

Gott sagte zu Mose am Sinai: „Ich bin der Ich bin.“

Auch wenn Gott damit für uns rätselhaft bleibt, ist er der, der er ist!

Auch ich bleibe immer ein Rätsel

Wenn es um mein Sein geht, was würde ich da gerne sagen, um mich zu beschreiben:
Ich bin….. ??

Jesus, an Dir kann ich mich orientieren:
Du wusstest, wer Du bist und hast Dich nie für andere verbogen.
Du ruhtest in Dir und im Vater, den Du regelmäßig in der Stille gesucht hast.
Du hast die Freiheit der Menschen respektiert und keinem Deine Meinung aufgedrängt.
Du hast das, was nicht zu ändern war, angenommen.
Du hast nie geprahlt oder dich bemitleidet.
Im Gegenteil: Du hattest immer den anderen im Blick.

Begleite auch mich auf meinem Weg, dass ich zuerst Dich suche und mich dabei nicht so wichtig nehme. Ich weiß, Du hast einen Plan für mich und den gilt es zu entdecken. Ich brauche mich nicht zu fürchten, denn ich bin nie allein. Du bist bei mir – in den Zeiten des Glücks, aber auch in den schweren Momenten.

Ich möchte mich kennenlernen, wie Du mich gedacht hast und mich annehmen, so wie ich bin – ohne mich zu verbiegen, denn ich bin gut und schön!

Ich muss mich nicht beweisen und möchte in mir ruhen, Frieden finden und mich nicht mehr mit anderen vergleichen. Denn jeder Mensch hat seine eigene Aufgabe im Leben und ist daher nicht vergleichbar. Deshalb möchte ich auch lernen, den Anderen so anzunehmen, wie er ist – auch er ist Dein Kind!

UND….

… ich habe mein ganzes restliches Leben Zeit, um an all diesen Punkten zu arbeiten. Ich muss mich nicht drängen lassen und mich nicht beeilen, den mein Lebensweg ist der Sinn meines Lebens und damit mein Ziel.

Schwierigkeiten

Heutiges Bibelzitat: Levitikus 20,26

„Seid mir geheiligt, denn ich, der Herr, bin heilig und ich habe euch von all diesen Völkern unterschieden, damit ihr mir gehört.“

Gott allein ist heilig, das heißt: er ist vollkommen gut und die einzige Wahrheit. Und wir sollen ihm nachstreben: das Gute tun, die Wahrheit suchen und in Einigkeit miteinander leben. Bis dahin kann ich das Bibelzitat verstehen.

Aber was bedeutet der Nachsatz: „Ich habe euch von all diesen Völkern unterschieden, damit ihr mir gehört.“ Oder in Lev. 20,23-24: Gott hat Nationen vertrieben, weil er sich vor ihrem Tun ekelte. „Daher habe ich euch gesagt: Ihr seid es, die ihren Boden in Besitz nehmen sollen. Ich bin es, der ihn euch zum Besitz geben wird…..“

Mit diesen Worten im Kopf zogen vor Jahrhunderten christliche Eroberer in die Welt und vertrieben die Ureinwohner. Heute sehen sich Islamisten als die wahren Gläubigen und fühlen sich gerechtfertigt, wenn sie Menschen vertreiben und abschlachten.

Das passt doch alles nicht zu meinem Gottesbild

Als Christ lese ich neben dem Alten Testament auch das Neue Testament, das mit der Geburt Jesu beginnt. An mehreren Stellen macht Jesus klar, dass er nicht gekommen ist, die Gesetze des Alten Testaments, auf die sich in der damaligen Zeit die Juden beriefen, aufzuheben. Dabei verweist er jedoch darauf, dass die Gesetze für den Menschen gemacht sind und ihm dienen sollen. Auf keinen Fall sollen sie aus Willkür oder aus purer Schrifttreue angewendet werden.

Gesetze sind wichtig

Wir Menschen brauchen Gesetze, die unser Zusammenleben regeln. Meine Rechte und Freiheit hören da auf, wo ich an die Grenzen anderer Menschen stoße. Da wir das oft nicht so einfach verstehen, gibt es Gesetze, die das regeln sollen. Diese Gesetze sind auch für mich gemacht, um mich vor Übergriffen von anderen zu schützen.

Gesetze sind also gut und richtig, die Auslegung oder Anwendung dagegen oft mangelhaft oder ungerecht.

Wichtiger ist Gott

Daher ist vielleicht der erste Teil dieses Bibelwortes der wichtigere:

„Seid mir geheiligt…..“

Vielleicht will Gott damit sagen: Bleibt mit mir verbunden. Ich zeige euch, was recht und unrecht ist. Dafür habe ich euch ein Gewissen gegeben, auf das ihr hören sollt. Die Gesetze sind nur ein Grundgerüst, an dem ihr euch orientieren könnt. Letzendlich aber müsst ihr lernen, auf euer Gewissen zu hören. Kommt also zu mir, wenn ihr Rat sucht, denn alles Gute kommt von mir – ohne mich könnt ihr nichts tun.

Nicht zufällig lautet auch das erste der zehn Gebote: „Ich bin der Herr, dein Gott!“ (Exodus,20,2)

Auch dafür kam Jesus in die Welt

Gott sieht wie seine Gesetze aus dem Ruder laufen, wie Menschen zur Zeit Jesu aufgrund der jüdischen Gesetze hart bestraft wurden, wie Menschen in seinem Namen auch heute verfolgt und getötet werden, wie verbohrt und festgefahren die katholische Kirche und andere Glaubensvereinigungen manchmal sind.

Überall da, wo Menschen am Werk sind, läuft es nicht immer rund, da wir nicht vollkommen wie Gott sind. Deshalb immer wieder der Aufruf: Seid mir geheiligt! Ihr gehört mir! Ich bin euer Schöpfer und ich bin vollkommen gut. Vergesst das nicht.

Jesus kam nicht um zu verurteilen, sondern um zu heilen und aufzurichten. Wie der Kranke den Arzt braucht, so braucht auch der Sünder Gottes Zuwendung. Und Jesus hat sich all denen zugewandt, die vom Gesetz her von den Menschen abgelehnt und ausgegrenzt wurden. Auch wenn es oft eigene Schuld ist, tut es gut, wenn wir jemandem unser Herz aussschütten und unser Versagen zugeben können. Jesus ermuntert uns dazu und hat immer ein offenes Ohr für uns.

Gebet

Jesus, ich danke Dir, dass Du mir hilfst, Dein Wort, das mich oft auch irritiert, zu verstehen. Manchmal fällt es mir schwer, gut und böse zu unterscheiden. Hilf mir dann, auf mein Gewissen zu hören, denn mein Gewissen ist die Stimme Gottes. Du hast Dich immer wieder im Gebet dem Vater zugewandt und hast uns das „Vater-unser“ ans Herz gelegt. Führe auch mich immer wieder zu Dir zurück, wenn ich mich von Dir entfernt habe, denn ohne Dich kann ich nichts tun, ist mein Leben nur Stückwerk, in dem ich blind umher irre. Du allein bist mein Gott und Vater. Mit Dir bekommt mein Leben Sinn und kann gelingen. Ich vertraue Dir – Danke.

Vertrauen

und Gottes Hilfe

Heute morgen zog ich die Bibelstelle 1 Samuel 2,1:

„Hanna betete. Sie sagte: Mein Herz ist voll Freude über den Herrn, erhöht ist meine Macht durch den Herrn. Weit öffnet sich mein Mund gegen meine Feinde; denn ich freue mich über deine Hilfe.“

Wieder geht es um Gebet, Vertrauen und Gottes Hilfe.

Ein Mann hat 2 zwei Frauen. Die eine hat mehrere Kinder, die andere, Hanna, ist kinderlos. Zu der damaligen Zeit war das für eine Frau eine große Schande. Am Ehemann scheint es ja in dem Fall nicht zu liegen. Deshalb wird Hanna auch von der anderen Ehefrau verspottet und gedemütigt.

In ihrer Verzweiflung wendet sie sich an Gott. Sie führt in dem Tempel, zu dem die ganze Familie einmal im Jahr hinzieht, ein verzweifeltes Gespräch mit Gott. Selbst dem Priester ist sie nicht geheuer und er glaubt, eine Betrunkene vor sich zu haben. Als er sie zu verjagen versucht, sagt sie ihm, dass sie eine traurige Frau ist, die dem Herrn ihr Herz ausgeschüttet hat. Der Priester hat in dem Moment wohl seinen Fehler erkannt, denn er segnet sie und sagt ihr zu, dass der Herr ihr Gebet erhört habe und ihre Bitte erfüllen werde.

Hanna ging weg und es wird gesagt, dass sie kein trauriges Gesicht mehr hatte. Irgendetwas hat ihr neuen Lebensmut und Freude gegeben, obwohl nichts weiter passiert ist.

Diese Erfahrung habe ich auch schon öfter gemacht. Wenn mich etwas bedrückt und ich mich dann ernsthaft Gott zuwende, ihm mein Herz ausschütte, fühle ich mich nachher meistens erleichtert. Oft ergreift mich dann auch Freude. Ich sehe wieder klarer und kann glauben, dass es einen Ausweg aus meinem Problem gibt.

Manchmal begegnen mir dann Menschen, die mir etwas hilfreiches sagen und mir damit sehr gut tun, oder es kommt eine unvorhergesehene Situation, die alles verändert. Und selbst wenn sich nichts äußerlich verändert, ist meine innere Einstellung eine andere und damit sieht auch die Welt um mich rum anders aus.

Gebet

Herr Jesus Christus, ich danke dir für dein Wort heute morgen. Nachdem die derzeitige Berichterstattung über Corona trotz Lockerungen über einen sehr langen Zeitraum spekuliert, in dem uns das Virus noch in Atem halten wird, kann einem schon ein bisschen bang werden. Wie soll das alles weiter gehen? Verkraftet unsere Wirtschaft das?

Und da kommt dein Wort genau richtig: wir dürfen dir vertrauen. Du hast auch die Gebete der Hanna erhört, die dann einen Sohn (Samuel) geboren hat.

Das gibt mir heute morgen wieder richtig Zuversicht, dass wir auch diese Situation schaffen.

Danke.

Gott – ich suche dich?

Wo bist du, Gott?

Gerade habe ich das Gefühl, dass ich Gott nicht finden kann. In der Gebetszeit lasse ich mich von allem ablenken und bin mit meinen Gedanken immer woanders. Warum fällt es mir derzeit so schwer zu beten? Dabei habe ich auch das Gefühl, dass Gott ganz weit weg ist.

Heute morgen zog ich eine Bibelstelle aus Jesaja (Jes. 58,11):
„Der Herr wird dich immer führen, auch im dürren Land macht er dich satt und stärkt deine Glieder. Du gleichst einem bewässerten Garten, einer Quelle, deren Wasser nicht trügt.“

Das Wort hört sich doch gut an – aber: warum fühle ich das derzeit nicht?

Und dann lese ich Jesaja 58 von vorne:
Gott sagt zu Jesaja: „Sie suchen mich Tag für Tag und haben daran Gefallen, meine Wege zu erkennen – …und sie fordern von mir gerechte Entscheidungen und haben an Gottes Nähe Gefallen – sie fragen: warum fasten wir und du siehst es nicht?“ (Jes. 58,2-3)

Gott sieht unser Bemühen sehr wohl, aber er sieht auch, dass wir uns nur halbherzig im Gebet hingeben. Mich beschäftigen zur Zeit so viele andere Dinge, dass ich nicht wirklich bei der Sache bin.

Und dann ist da noch was ….

In Jes. 58 sagt Gott weiter, dass die Menschen an den Fastentagen und am Sabbat Geschäfte machen, dass sie über andere Menschen schlecht reden, dass sie sich nicht für Gerechtigkeit einsetzen und die Not ihrer Mitmenschen nicht sehen.

Hat Gott damit recht?

Unser Dilemma ist, dass wir oft nur uns selbst im Blick haben. Wenn wir so beten, ist das einfach nur oberflächlich. Wir lassen uns nicht mit ganzem Herzen und ganzem Verstand auf Gott ein. Lesen wir die Heilige Schrift doch mal mit dem Herzen, dann hören wir, dass Gott ganz für uns da sein und uns alles schenken will, was wir benötigen (s. Jes. 58,11). Dafür müssen wir Gott auch machen lassen und ihm ganz und gar vertrauen. Und das wiederum fällt uns schwer, weil sich dann auch schnell der Zweifel regt.

Neben Gottvertrauen gehört auch, den Mitmenschen und die Schöpfung im Blick zu haben.
Denn wenn wir von Gott Gerechtigkeit erwarten, müssen auch wir gerecht mit Anderen umgehen. Und wenn wir auf die Liebe und Barmerzigkeit Gottes setzen, müssen wir auch unseren Nachbarn und Nächsten liebevoll und großzügig begegnen.

Und so sagt Gott uns in Jesaja 58, 9-10 zu:

„Wenn du dann rufst, wird der Herr dir Antwort geben, und wenn du um Hilfe schreist, wird er sagen: Hier bin ich! Wenn du Unterjochung aus deiner Mitte entfernst, auf keinen mit dem Finger zeigst und niemandem übel nachredest…., dann geht im Dunkel dein Licht auf und deine Finsternis wird hell wie der Mittag.“

Das hat mir jetzt auch zu denken gegeben und ich frage mich:
Wie bin ich Gott heute morgen begegnet?
War ich bei der Sache und habe mich mit ganzem Herzen im Gebet eingelassen?
Welche Baustellen mit Mitmenschen habe ich?

Auch mit diesen Fragestellungen dürfen wir zu Gott kommen und ihn bitten, uns die Augen zu öffnen.

Fakt ist…

wenn wir uns nicht mit ganzer Kraft für das Gute einsetzen, dann trennt uns das von Gott und das nennt man Sünde (Sünde heißt übersetzt getrennt sein, abgesondert sein). Gott weiß, dass uns die Sünde sowohl von seinem Lebensstrom, den er uns schenken will, abschneidet, aber auch zur Spaltung der Menschen untereinander führt. Und das tut uns und der ganzen Welt nicht gut. Deshalb bittet uns Gott so eindringlich, seine Gebote der Liebe zu achten.

Was können wir tun?

Ich kann euch nur ermuntern, mal Jesaja 58 selbst durchzulesen. Ihr werdet merken, dass die Menschen damals gar nicht so weit von uns heute entfernt sind. Unsere Probleme mit Gott und den Mitmenschen sind im Grunde die gleichen, die die Menschen auch damals hatten. Und die Bibel will uns Wegweiser für gelingendes Leben sein.

Gebet

Guter Vater, du kennst unsere menschliche Schwäche, alles alleine regeln zu wollen. Das ist auch bis zu einem bestimmten Punkt richtig. Natürlich sollen wir unseren Beitrag leisten und uns nicht auf Kosten anderer ausruhen. Aber lass uns erkennen, dass du größer bist als wir und dass wir immer wieder deine Führung brauchen, damit wir auf dem richtigen Weg bleiben. Mach uns darauf aufmerksam, wenn unsere Gedanken neidisch und missgünstig sind, wenn wir mit Worten – vielleicht auch ohne Absicht – verletzen oder nicht hinhören, wo uns jemand etwas sagen will.

Ich wünsche uns, dass Gott sich finden lässt.

Auferstehung

Was bedeutet das für mich?

Zuerst einmal ist es für mich unbegreiflich. Tote kommen nicht zurück. Der Tod ist das endgültige Ende unseres irdischen Lebens.

Ich bin als ehrenamtliche Sterbebegleiterin schon bei einigen Menschen gewesen, deren Leben dem Ende zuging. Ich betrachte den Weg des Sterbens als die letzte große Reise, die der Mensch antritt – ein großes Abenteuer.

Letztens hatte ich bei einer Sterbebegleitung ein wunderbares Erlebnis. Als ich den Schwerkranken das erste Mal traf, lag er schon im Bett und konnte außer etwas Wasser nichts mehr zu sich nehmen. Aber er genoß es, mir Geschichten aus seinem Leben zu erzählen, und er hatte ein spannendes Leben!

Nach einiger Zeit sprachen wir auch über Glauben und ich fragte ihn, ob ich für ihn beten dürfe. Er bejahte und ich sprach ein freies Gebet über Gott, der alles in seinen Händen hält und über die Liebe Gottes zu uns Menschen. Dabei hatte ich eine Hand auf seinem Arm liegen und die Augen geschlossen. Als ich ihn wieder anblickte, hatte er Tränen der Freude in den Augen und er stammelte immer wieder: „Dass ich das erleben durfte!“

Ich hatte keine Ahnung, was passiert war, aber ich war mir sicher, dass er irgendetwas gesehen hatte, was ihn sehr glücklich machte.

Als ich ihn 2 Tage später wieder besuchen kam, schlief er. Seine Tochter versuchte ihn zu wecken, da er sich am Morgen sehr auf meinen Besuch gefreut hätte. Aber da er nicht wach zu kriegen war, setzte ich mich zu ihm ans Bett, streichelte seinen Arm und betete für ihn. Er atmete ganz ruhig und gleichmäßig. Alles war ganz friedlich. Als ich nach ungefähr einer Stunde gehen wollte, sagte ich ihm das und legte ihm zum Segen die Hand auf den Kopf. Da öffnete er den Mund und atmete tief aus.

Ich rief seine Tochter und sagte ihr, dass sich etwas verändert hatte. Er war tatsächlich in dem Augenblick gegangen als ich mich von ihm verabschiedet habe.

Trotz der Trauer um diesen interssanten Mann erfüllte mich ein tiefer Friede, denn ich wusste tief in mir drin, dass ich mir um ihn keine Sorgen machen muss. Bei ihm war ich mir ganz sicher, dass er in ein wunderbares neues Leben eingetreten ist, was er vor 2 Tagen vielleicht schon erblickt hatte, denn sein Sterben war in keinster Weise ein Kampf, sondern ein ganz friedlicher, kaum erkennbarer Übergang vom Leben in eine andere Dimension. Ich glaube, er hat sein Sterben zugelassen und angenommen.

Für mich war das ein Miterleben von Auferstehung. Und ich denke, wir brauchen keine Angst vor dem Tod zu haben. denn der ist Übergang in etwas Neues und Wunderschönes.
Und mit diesem Glauben, können wir auch dem Leben gelassener begegnen. Wir dürfen uns am Leben freuen, denn wir sind gehalten in Gottes Hand.

Gebet

Jesus, auch wenn ich es nicht mit dem Verstand begreifen kann, so glaube ich daran, dass ich eines Tages mit Dir auferstehen werde. In Deiner Auferstehung rufst Du uns zu: “ Fürchtet euch nicht! Schaut, ich bin nicht im Tod geblieben. Wer mir nachfolgt, wird mit mir auferstehen, denn ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Wer mir nachfolgt, wird leben, auch wenn er stirbt.“
Ja, Jesus, ich will Dir nachfolgen, führe mich.
Ich will glauben, hilf meinem Unglauben.
Ich will Dir vertrauen, nimm meinen Zweifel.
Amen.

So sehr hast Du die Welt geliebt

Karfreitag

Heute….
heute ist der Tag, an dem wir dem Sterben Jesu gedenken.
Du wurdest verraten von Deinem Freund, du wurdest gefangen genommen, verhört, misshandelt und gedemütigt: „Was? Du willst ein König sein??“ Hahaha!!
Sie spuckten dir ins Gesicht. Viele deiner Freunde wandten sich ab – aus Furcht oder wollten sie nichts mehr mit dir zu tun haben? Vielleicht konnten sie es auch einfach nicht ertragen. Was sollten sie auch gegen den aufgebrachten Mob tun.

Wir wissen alle, wie es ausgeht.
Du trugst dein Kreuz an der johlenden Menge vorbei. Dann zogen sie dich aus, stellten dich halbnackt zur Schau – ausgeliefert – und nagelten dich schließlich auf ein Holzkreuz. Selbst im Sterben haben sie dich den Blicken der Schaulustigen ausgesetzt. Doch du tatest deinen Mund nicht auf.

Warum, Jesus?

Was hast du getan? Alles, was du immer wolltest, war, für die Armen, Schwachen und Hilflosen in der Gesellschaft da zu sein. Du hast die Verirrten, die Ausgegrenzten gesucht, um ihnen Mut zu machen. Dabei warst du den feinen Bürgern oft ein Dorn im Auge. Wie haben sie gezetert, als du bei einem Zöllner zu Gast sein wolltest oder weil du Umgang mit einer Hure hattest? Aber das waren genau die Menschen, für die du auf die Welt gekommen bist. Du hast gesagt, dass nicht die Gesunden einen Arzt brauchen, sondern die Kranken. Und den Kranken und Schwachen hast du vom Reich Gottes, von Liebe und Freundschaft erzählt. Du hast sie so angenommen, wie sie sind und deine Beachtung hat ihrem Leben Würde und damit Sinn gegeben. Danach haben viele ihr Leben geändert. Selbst dem Verbrecher neben dir am Kreuz hast du zugesagt, dass er noch heute mit dir im Paradies sein wird. Was für eine Zusage für einen Sterbenden!

Gebet

Jesus, auch ich verstehe nicht, was damals passiert ist. Ich weiß auch nicht, ob ich nicht auch davon gelaufen wäre, weil ich es nicht hätte ertragen können, wie man dich behandelt hat. Du warst immer gut zu den Menschen. Ja, du hast einigen auch ein schlechtes Gewissen gemacht, wenn du über die Ungerechtigkeiten der Erfolgreichen und Starken gegenüber den Armen und Ausgegrenzten geredet hast. Du hast den unbarmherzigen Umgang miteinander angeprangert, der auch heute vielerorts spürbar ist. Heute heißt es nur nicht mehr „unbarmherzig“, sondern mobbing. Das Ergebnis ist dasselbe.

Jesus, lass uns etwas aus deinem Leben und Sterben lernen. Lass uns anständig, rücksichtsvoll miteinander umgehen, egal wie verschieden wir alle sind. Hilf uns Vorurteile abzubauen, denn jeder ist dein Kind, von dir geschaffen und gewollt. Und gerade die Vielfalt macht unsere Welt so bunt und schön.

Fürchte dich nicht

Gründonnerstag 2020


Noch immer hat uns die Corona Infektion voll im Griff. Ostern werden wir dieses Jahr anders als in den Jahren zuvor feiern, denn die Ausgangsbeschränkungen gelten auch am kommenden Wochenende noch. Die Kirchen bleiben also weiter geschlossen. Wie sich alles weiter entwickelt, weiß derzeit niemand. Die Fallzahlen in unserer Region steigen zwar langsamer, aber gleichzeitig warnen die Wirtschaftsweisen vor einer großen Rezession. Brauchen wir jetzt solche Nachrichten? Oder schaden sie uns nicht vielmehr?
Derzeit gilt es doch die Corona Krise in den Griff zu bekommen, alles andere können wir sowieso erst später angehen.

Sind solche Nachrichten nicht gar vorauseilende Prophezeihungen? Was machen sie mit uns?

Markus, 5,36

„Jesus, der diese Worte gehört hatte, sagte zu dem Synagogenvorsteher: Fürchte dich nicht! Glaube nur!“

Während der Synagogenvorsteher zu Jesus eilt, um ihn um Hilfe für seine im Sterben liegende Tochter zu bitten, erhält er die Nachricht, dass das Kind zwischenzeitlich verstorben ist.
Jesus, der das auch gehört hat, sagt zu ihm: Fürchte dich nicht! Glaube nur!

Vor einigen Jahren zog ich zufällig dieses Bibelzitat und es beunruhigte mich sehr. Ich spürte, dass etwas passieren würde, wusste aber nicht was. Abends schaute ich besorgt nach meinen Kindern im Kinderzimmer, die aber friedlich schliefen. Meine Unruhe blieb aber bestehen.
Am nächsten Morgen rief meine Mutter an, um mir zu sagen, dass mein Vater einen schweren Fahrradunfall gehabt hätte. Mir fielen sofort die Worte: „Fürchte dich nicht! Glaube nur!“ ein. Das gab mir in dem Moment viel Zuversicht. Mein Vater hatte großes Glück gehabt und wurde wieder vollkommen gesund.

Vielleicht gilt dieser Aufruf: Fürchte dich nicht! Glaube nur! auch uns heute. Egal, wer uns Angst machen will, glaubt daran, dass Gott es gut mit uns meint.

Jesus hat das tote Mädchen mit den Worten: Talita kum! – Mädchen, steh auf! wieder ins Leben zurückgeholt. Für Gott ist nichts unmöglich. Vertrauen wir Ihm heute.